Die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha möchte die graphischen Sammlungen des Schlossmuseums digitalisieren, inhaltlich erschließen und archivieren. Für den Zeitraum bis zum 31.12.2023 ist die Erstellung und Ausarbeitung von hochauflösenden ca. 22.500 Aufnahmen als 2D-Digitalisate beabsichtigt. Aufgrund der ausstehenden Förderzusage für den Zeitraum ab 2024 ist die Digitalisierung von ca. 31.365 weiteren Aufnahmen optional anzubieten.
Als kulturelle Einrichtung von nationaler Bedeutung ist die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha (SSFG) im Verbund mit weiteren Einrichtungen in Gotha und im Umland ein einzigartiges Bau-, Garten- und Sammlungsensemble der europäischen Residenzkultur. Sie besteht aus insgesamt vier Museen: dem Schlossmuseum, dem Historischen Museum, dem Museum der Natur sowie dem Herzoglichen Museum. Im Eigentum der Stiftung befinden sich über 1 Million Objekte, verteilt auf über 80 historisch gewachsene Sammlungsbereiche. Im Rahmen eines von der Europäischen Union, der Bundesrepublik Deutschland und des Landes Thüringen geförderten Vorhabens "Gotha transdigital" beabsichtigt die SSFG den Sammlungsbestand digital verfügbar zu machen und darüber hinaus alle Arbeits- und Vermittlungsprozesse unter der Prämisse der Digitalität zu transformieren. In einem ersten Schritt wurde ein Dienstleister mit der Digitalisierung der numismatischen Sammlung beauftragt. Mit der gegenständlichen Ausschreibung wird nun ein Dienstleister gesucht, der die Erstellung und Ausarbeitung von hochauflösenden Lichtbildern (2D-Digitalisate) der graphischen Sammlungen des Schlossmuseums übernimmt.
Im Rahmen dieses Vergabeverfahrens werden nun folgende Leistungen vergeben:
Der Dienstleister hat die graphischen Sammlungen des Schlossmuseums bestehen aus Druckgraphiken, Zeichnungen und gebundenen Werken des Kupferstichkabinetts (ca. 35.000 Werke) und der Sammlung Moderne (ca. 8.000 Werke) möglichst originalgetreu digital zu reproduzieren (digitalisieren). Zukünftig sollen qualitativ hochwertige Digitalisate der Forschung und Wissenschaft orts- und zeitunabhängig als Referenz- und Belegmaterial dienen. Die herzustellenden Bilder sollen mit wissenschaftlichen Informationen angereichert und über die Online-Sammlung der Stiftung zugänglich gemacht werden. Der Export an weitere Kultur- und Fachportale (z.B. Kulthura, Graphikportal, Deutsche Digitale Bibliothek, Europeana) ist ebenfalls angedacht.
Die Digitalisierung der graphischen Sammlungen muss aus Sicherheitsgründen in den Räumlichkeiten des Schlosses in 99867 Gotha erfolgen. Die Umsetzung der Digitalisierung soll unmittelbar nach Erteilung des Zuschlages beginnen (geplant für Mitte/Ende Dezember 2022). Die ersten 4 Wochen sind als Erprobungsphase eingeplant (vsl. Januar 2023). Sie dient für die Einrichtung der Räumlichkeiten sowie erste Probeaufnahmen mit unterschiedlichen Graphiken, Zeichnungen und gebundenen Werken. Ziel ist die Feinabstimmung des Digitalisierungskonzepts und der Arbeitsabläufe sowie die Ausarbeitung eines Styleguides, der die Mindeststandards der Digitalisierung reproduzierbar dokumentiert. Die eigentliche Digitalisierung erfolgt dann ab ca. Februar 2023.
Weitere Digitalisierungsleistungen im Rahmen des Digitalisierungsprojektes "Gotha transdigital 2027" sollen in absehrbarer Zeit in gesonderten Vergabeverfahren vergeben werden, wozu - soweit vergaberechtlich erforderlich - gesonderte Veröffentlichungen erfolgen.
Wegen weiterer Einzelheiten - auch hinsichtlich des Digitalisierungsworkflows und der Anforderungen an die Digitalisate und das Colormanagement - wird auf die Vergabeunterlagen - insbesondere die Vergabeunterlage "Leistungsbeschreibung" nebst Anlagen - verwiesen.