Gemäß § 20 Abs. 2 SGB V legt der GKV-Spitzenverband unter Einbeziehung der Beratenden Kommission (siehe Leitfaden Prävention) verbindliche Kriterien für die wissenschaftliche Evaluation und die Messung der Erreichung der mit den Maßnahmen verfolgten Ziele fest. Dadurch soll die Grundlage geschaffen werden, die Maßnahmen hinsichtlich ihrer Eignung zur Zielerreichung, darunter insbesondere die Initiierung nachhaltiger gesundheitsfördernder Verhaltensänderungen, zu überprüfen. Zur Erfüllung dieses gesetzlichen Auftrages wurde in einem ersten Schritt durch das IGES Institut im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes im Jahr 2020 ein Evaluationskonzept einschließlich der Erhebungsinstrumente entwickelt. Dieses soll im Rahmen des Auftrages im Handlungsfeld Bewegungsgewohnheiten erprobt und weiterentwickelt werden.
Der Leitfaden Prävention benennt die vier Handlungsfelder der individuellen verhaltensbezogenen Primärprävention: Bewegungsgewohnheiten, Ernährung, Stressmanagement und Suchtmittelkonsum. Zudem definiert er die Voraussetzungen für die Förderung verhaltenspräventiver Leistungen durch die Krankenkassen. Die Krankenkassen haben die Zentrale Prüfstelle Prävention (ZPP, www.zentrale-pruefstelle-praevention.de) mit der Prüfung der Fördervoraussetzungen, der Zertifizierung, beauftragt. Handlungsfeldübergreifend waren bei der ZPP im Juni 2022 insgesamt 136.122 zertifizierte Kurse registriert. Vor Beginn der Corona-Pandemie wurden im Jahr 2019 1.805.889 Kursteilnahmen dokumentiert, darunter 1.223.676 im Handlungsfeld Bewegung. 2020 und 2021 waren die Kursteilnahmen rückläufig (2020 1.157.305, 2021 796.595 Kursteilnahmen -davon 60 % im Handlungsfeld Bewegungsgewohnheiten).
Ein vorliegendes Evaluationskonzept, einschließlich der Erhebungsinstrumente, ist unter Beachtung wissenschaftlicher Standards anzuwenden und weiterzuentwickeln. Die Evaluationsergebnisse sollen als Grundlage für den Qualitätsdialog mit den Anbieterverbänden dienen. Bei der Bearbeitung des Auftrages ist der Leitfaden Prävention (2022) zu beachten.
Aus dem Evaluationskonzept ergeben sich die folgenden Arbeitsschritte (keine abschließende Aufzählung):
• Vorbereitung (ca. 3-5 Monate)
• Durchführung (ca. 12 Monate)
• Auswertung und Berichtlegung (ca. 3 Monate)
Nähere Angaben zum Auftragsgegenstand sind der Leistungsbeschreibung und den übrigen Vergabeunterlagen zu entnehmen.