Die Justus-Liebig-Universität (JLU) plant im Rahmen des Hochschulinvestitionsprogramms HEUREKA des Landes Hessen die Umsetzung des städtebaulichen Masterplans für den Campusbereich Philosophikum am Campus der Kultur- und Geisteswissenschaften.
Die Erstellung der Masterplanung für den Campusbereich Philosophikum erfolgte durch die Arbeitsgemeinschaft Ferdinand Heide Architekt BDA, Frankfurt am Main, mit TOPOS Landschaftsplanung, Berlin, im Anschluss an einen gewonnenen städtebaulich-freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb.
In der ersten Ausbauphase ist die Umsetzung der für den gesamten Campusbereich erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen sowie der folgenden drei Neubauten vorgesehen: das Graduiertenzentrum (GCSC), der 1. Bauabschnitt der Zentralbibliothek mit Universitätsarchiv sowie das Seminargebäude I.
Die Infrastrukturmassnahme „Neue Mitte“ (BM-Nr. A.0421.120512) beinhaltet die Neuordnung der erforderlichen Infrastruktur inkl. Freianlagen im Campusbereich Philosophikum und untergliedert sich in mehrere räumliche und zeitliche Teilabschnitte.
— Abschnitt Infrastruktur Verlegung Rathenaustraße;
— Abschnitt Infrastruktur Bibliothek, Verlegung Kanaltrasse, Infrastruktur Seminargebäude I, Anbindung Energiezentrale, Anbindung Graduiertenzentrum, Campusplatz;
— Abschnitt Infrastruktur Mensa (unterirdisch);
— Abschnitt Erneuerung Wärmeverteilnetz Philosophikum II.
Bestandteil der Maßnahme sind die Anlagen des Straßenverkehrs, die Freianlagen sowie folgende Medien: Abwasser/Wasserversorgung, Gasversorgung, Fernwärmeversorgung, Kälteversorgung, Stromversorgung sowie Telekommunikation.
Die Umsetzung der Infrastrukturmaßnahme ist Voraussetzung zur Realisierung des Campusumbaus und abschnittsweise mit den Hochbaumaßnahmen zu koordinieren.
Kosten (KG 200-500) gemäß genehmigtem Bedarf: 16 240 000 EUR brutto;
Bearbeitungsstand: Vorentwurfs-/Entwurfsplanung (Erstellung Entscheidungsunterlage-Bau);
Geplanter Baubeginn: voraussichtlich Quartal I/2017;
Geplante Bauzeit: 6-7 Jahre.
Der Neubau des Graduiertenzentrums (BM-Nr. A.0421.130517) wird das International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC/GGK) beherbergen. Das Graduiertenzentrum soll als ein Bürogebäude mit einem innovativen Raumkonzept entwickelt werden. In dem Gebäude werden zukünftig dauerhaft rund 200 Personen tätig sein. Es werden sich dort Büroarbeitsplätze, Projekträume sowie ein Seminar- und Konferenzbereich befinden.
Gebäudedaten gemäß genehmigtem Bedarf:
Nutzflächen NF 1-6: ca. 2 095 m²;
Kosten KG 300 + 400 = 7 380 000 EUR brutto, KG 200-600 inkl. Ersteinrichtungskosten = 8 930 000 EUR brutto;
Bearbeitungsstand: hochbaulicher Ideen- und Realisierungswettbewerb, Preisgericht voraussichtlich im März 2016;
Geplanter Baubeginn: voraussichtlich 2017/2018.
Der Neubau der Zentralbibliothek und des Universitätsarchivs (BM-Nr. A.0421.120514) ist in 2 Bauabschnitten vorgesehen, wovon der 1. BA in der ersten Ausbauphase des Masterplans umgesetzt werden soll und für mehrere Jahre mit der Bestandsbibliothek eine funktionale Einheit bilden wird – bis zur Fertigstellung des 2. BA.
Neben den Funktionen eines Bibliotheksgebäudes sind Einrichtungen des Hochschulrechenzentrums sowie das Studentenwerk mit einer Cafebar im 1. BA des Neubaus verortet. Wesentliches Ziel des 1. BA ist es, sieben derzeit im Campusgebiet liegende Fach- und Zweigbibliotheken in den Bestand der Universitätsbibliothek zu integrieren.
Zukünftig soll die Universitätsbibliothek die Funktion einer Zentralbibliothek für den Gesamtbereich der kultur- und geisteswissenschaftlichen Fächer übernehmen, die in unmittelbarer Nähe angesiedelt sind. Daneben bleibt die Universitätsbibliothek Sitz der zentralen Funktionen für das gesamte Bibliothekssystem (EDV, Digitalisierungszentrum/Fotostelle, Direktion, etc.) und beherbergt die Sonderbestände (Rara, Papyrussammlung, Kartensammlung, Bildarchiv, etc.). Der Bibliotheksneubau definiert als erster großer Baustein des städtebaulichen Masterplans die neue Mitte des Campus.
Gebäudedaten 1. BA gemäß genehmigtem Bedarf:
Nutzflächen NF 1-6: ca. 6 996 m²;
Kosten KG 300+400 = 24 370 000 EUR brutto, KG 200-600 inkl. Ersteinrichtung = 29 030 000 EUR brutto;
Bearbeitungsstand: Hochbaulicher Ideenwettbewerb (2. BA) und Realisierungswettbewerb (1. BA), Preisgericht voraussichtlich im März 2016;
Geplanter Baubeginn (1. BA): voraussichtlich 2018.
Der geplante Neubau des Seminargebäudes I (BM-Nr. A.0421.120513) bündelt Lehr-, Forschungs- und Servicestrukturen an einem zentralen Ort in unmittelbarer Nähe zur Zentralbibliothek und zur neuen Mensa am zukünftigen Campusplatz. Mit der Realisierung der Seminarraumflächen werden gleichzeitig zentrale Drittmittelflächen für kulturwissenschaftliche Forschungsprojekte geschaffen. Zusätzlich zu den Flächen für Forschung und Lehre werden sowohl zentrale Servicebereiche der Universität, des Hochschulrechenzentrums, des Studentenwerks und des Hochschulsports als auch studentische Arbeitsbereiche für diesen hochfrequentierten Universitätsstandort geschaffen.
Gebäudedaten gemäß angemeldetem Bedarf:
Nutzflächen NF 1-6: ca. 4 846 m²;
Kosten KG 300+400: 18 960 000 EUR brutto, KG 200-600 inkl. Ersteinrichtung = 22 140 000 EUR brutto;
Bearbeitungsstand: Vorbereitung eines offenen 2-phasigen hochbaulichen Realisierungswettbewerbs;
Geplanter Baubeginn: voraussichtlich 2019.
Ziel des Verhandlungsverfahrens mit vorheriger Vergabebekanntmachung nach § 3 Abs. 1 VOF (2009) ist die Vergabe der Projektsteuerung (in Anlehnung an § 2 Heft Nr. 9 der Schriftenreihen AHO, Stand Mai 2014), Projektstufen 1-5, Handlungsbereiche A-E.
Der Auftrag umfasst die Projektsteuerungsleistungen für alle genannten (Teil-)Maßnahmen und die Koordination der Maßnahmen untereinander.
Es ist beabsichtigt, die beschriebenen Projektsteuerungsleistungen für jede (Teil-)Maßnahme gesondert und jeweils stufenweise an ein (das gleiche) Projektsteuerungsbüro zu vergeben. Mit der Leistungserbringung ist sofort nach Auftragserteilung zu beginnen.