Das UKW leidet, wie sämtliche Gesundheitseinrichtungen in Deutschland, unter einem Pflegekräftemangel.
Arbeitnehmerüberlassung ist für ein langfristiges Decken dieses Mangels keine Lösung. Aus diesem Grunde versucht man aus dem Ausland qualifizierte Kräfte zu gewinnen. Das ist durch lokale, regionale, land- und bundspezifische Vorgaben aber eine
schwere Herausforderung, da die Qualifikation für ein Universitätsklinikum sehr hoch anzusetzen ist. Mittlerweile laufen Unterstützungsprogramme durch Bund und Land, die helfen sollen den Bedarf zu decken bzw. wenigstens zu senken.
Die Bedarfsdeckung/-senkung des Pflegekräftemangels am UKW soll durch eine Kooperation mit dem UK Bonn bezüglich ausländischer – hier mexikanischer – Pflegekräftegewinnung als eines von weiteren Maßnahmen eingeleitet werden.
Das BMG (Bundesministerium für Gesundheit) hat die GIZ (Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit) mit dem Aufbau und der Etablierung von unmittelbar anerkennungsfähigen pflegerischen Qualifikationen entsprechend den deutschen Anforderungen inkl. Erwerb von deutschen Sprachkenntnissen auf einem geeigneten Sprachniveau (mindestens B 1) einschließlich der erforderlichen fachsprachlichen Kenntnisse beauftragt.
Dieser Auftrag bezieht sich auf die Länder Philippinen (von November 2019 bis Dezember 2023), Mexiko (von Januar 2020 bis Dezember 2021) und Brasilien (von Oktober 2020 bis Dezember 2022). Aktuell ist ein Memorandum of Agreement mit den Partneruniversitäten auf den Philippinen und Mexiko unterzeichnet. Curricula, Entwicklung der jeweiligen Qualifizierungsmaßnahme, Entwicklung der Train-the-Trainer-Schulungen sowie Ausstattung der überbetrieblichen Einrichtungen für die praktische Ausbildung (Skills-Lab) werden zusammenhängend entwickelt.
Fachpartner der GIZ ist auf deutscher Seite das Universitätsklinikum Bonn, das in Abstimmung mit der GfG unter Berücksichtigung der Mustergutachten die Qualifizierungsmaßnahmen mit den ausländischen Partnern begleitet.
Die Adaptierung und Implementierung auf Seiten und mit den Universitäten vor Ort erfolgt sukzessive.
Die Entwicklung des Konzepts für Qualifizierungsmaßnahmen im Ausland wird zudem durch einen Beirat beim DKF begleitet, in dem Bund, Bundesländer sowie Fachkreise vertreten sind.
Parallel zur KAP (Konzertierte Aktion Pflege durch den Bund) wurde die Fachkräftestrategie der Bundesregierung entwickelt. Die Möglichkeiten des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes und die damit verbundenen Änderungen des Aufenthaltsgesetzes werden in die Umsetzung des Maßnahmenkatalogs einbezogen.
Den Vorsitz der AG 4 hat das BMG, den Ko-Vorsitz das Bundesministerium für BMAS.
Die Beschleunigung der Verfahren im In- und Ausland, also Einreise, berufliche Anerkennung sowie Erteilung der Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis, gehört zu den Verbesserungen, die zu erreichen sind.
Dem Schutz sowohl der Pflegefachkräfte als auch der Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen dienen Maßnahmen zur Erhöhung der Transparenz und der Sicherheit („Gütesiegel“) wie auch zur beruflichen, fachlichen und sozialen Integration der Pflegefachkräfte.