Unmittelbar hinter der Staatskanzlei aus wilhelminischer Zeit befindet sich das Ministerialgebäude am Carolaplatz in Dresden. Es wurde in den Jahre 1996 bis 1999 in 2 Abschnitten als erster Baustein des „Regierungsviertels“ in der Dresdner Neustadt errichtet. Die 2 oberirdischen siebengeschossigen Bauteile umschließen je einen begrünten Innenhof und sind durch 2 Untergeschosse miteinander verbunden. Außerordentlich komplex sind die funktionellen und örtlichen Ansprüche an das Ministerialgebäude
— Heimat von 3 komplett ausgestatteten Ministerien (Wirtschaft und Arbeit, Inneres, Umwelt und Landwirtschaft);
— Bereitstellung hunderter Arbeitsplätze mit Technikräumen, Bibliothek, Kantine, Sozialräumen, Fahrbereitschaft;
— öffentlich zugänglich trotz spezieller Sicherheitsanforderungen;
— Unterbringung von Ladengeschäften.
Weitergehende Informationen finden Sie in den Vergabeunterlagen, welche in dem Punkt I.3 genannten Link zur Verfügung gestellt werden.
Es ist geplant, die Architektenleistungen gemäß HOAI § 34 für die Leistungsphase 3 zu vergeben.
Nach 17 Jahren intensiver Nutzung stellt sich die Herausforderung, das Ministerialgebäude am Carolaplatz an gegenwärtige und zukünftige Anforderungen anzupassen. Im Zusammenhang mit notwendigen Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten soll es für die aktuellen Möglichkeiten eines klimaschonenden und energieeffizienten Gebäudebetriebs in vorbildlicher Weise ertüchtigt werden. Nach Fertigstellung aller Maßnahmen soll das Gebäude den Anforderungen an energetische Gesamtsanierungen des EFRE Programmes (VwV EFRE-EE) entsprechen und den gesetzliche vorgeschriebenen Primärenergiebedarf des Gebäudes um mindestens 10 % unterschreiten. Im Ergebnis einer energetischen Voruntersuchung wurden zur Erreichung dieses Zieles folgende Maßnahmen definiert:
1. Austausch der mit Leuchtstoffröhren bestückten Leuchten unter Berücksichtigung der gegebenen architektonischen Gestalt gegen LED-betriebene Leuchten mit einem im Durchschnitt um 50 % höheren Leuchtenwirkungsgrad.
2. Erhöhung der Energieeffizienz der Lüftungs- und Klimaaggregate von Wärmerückgewinnungsanlagen und Einbau energieeffizienter Lüftermotoren.
3. Ertüchtigung und Modernisierung des Wärmeschutzes der Außenwandkonstruktion (WDVS) und der Foyerverglasung.
4. Modernisierung der digitalen Infrastruktur und einschließlich der zugehörigen Serverraumkühlung.
Zudem sollen umfangreiche Instandhaltungs- und Sanierungsarbeiten durchgeführt werden. Die vorbildliche architektonische Gestaltung des Gebäudes ist bei der Durchführung aller Maßnahmen zu respektieren. Neu- und Umgestaltungen sind nicht vorgesehen. Zur Umsetzung der baulichen Maßnahmen kann das Gebäude nicht außer Betrieb genommen werden. Beeinträchtigungen aus Lärm und Staub sowie Arbeiten an der Infrastruktur dürfen die Arbeitsfähigkeit der Ministerien nur unwesentlich beeinträchtigen. Die baulichen Maßnahmen müssen die spezifischen Sicherheitsbelange und die besondere städtische Verkehrssituation berücksichtigen.
Für die energetische Modernisierung ist ein ganzheitliches Planungskonzept im Dialog mit Fachplanern zu entwickeln, welches auf einer integrierten Konzeption einander bedingender haustechnischer und bautechnischer Maßnahmen im Rahmen der gegebenen Architektur beruht. Die Planungsarbeit erfolgt unter Anwendung der Energiebilanzierung nach DIN V 18599 zur Optimierung von Energieeffizienz, Klimawirkung und Wirtschaftlichkeit sowie von Simulationsverfahren zur qualitativen und quantitativen Beurteilung von Wärmeströmen in Baukonstruktionen.
Bestandssituation:
— BGF Bauteil I: ca. 20 000 m
— BGF Bauteil II: ca. 31 518,47 m
— Fassadenfläche WDVS:
Bauteil I, ca. 2 350 m
Bauteil II ca. 3 600 m
— Dachfläche 6. Obergeschoss
Bauteil I, ca. 1 650 m
Bauteil II, ca. 2 000 m
— Glasflächen Foyer: 1 150 m
— ca. 100 dezentrale haustechnische Anlagen für Lüftung und Klimatisierung;
— ca. 300 KW Kälteleistung;
— Warmwasserheizung mit Heizkörpern, Fernwärmeanschluss.