Durchführung des Benchlearning der Optionskommunen.
Auftragsinhalt ist die Durchführung und Koordinierung des „Benchlearning der Optionskommunen“ in Bezug auf die Aufgabenwahrnehmung im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem SGB II.
104 Landkreise und kreisfreie Städte (Optionskommunen) haben kommunale Jobcenter, d.h. sie führen die Aufgaben im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende in alleiniger Trägerschaft aus. Bei Einführung des SGB II konnte die kommunale Alleinträgerschaft als Option gewählt werden, Aus dieser Zeit stammt der Begriff „Optionskommune“ für die „zugelassenen kommunalen Träger“, wie die kommunalen Jobcenter im SGB II bezeichnet sind. Von den Optionskommunen beabsichtigen 102 kommunale Jobcenter am „Benchlearning der Optionskommunen“ ab 1.1.2020 teilzunehmen und beteiligen sich an der Ausschreibung.
Die Aufgabe des Auftragnehmers ist es, dieses Benchlearning-Projekt durchzuführen und zu unterstützen. Beim Benchlearning handelt es sich um einen längerfristig angelegten strukturierten Lernprozess auf Basis eines regelmäßigen Erfahrungsaustausches. Ziele des Benchlearning sind die kontinuierliche Verbesserung der Aufgabenwahrnehmung im Bereich Grundsicherung für Arbeitsuchende nach SGB II, die Entwicklung fachlicher Positionen zur Arbeitsförderung der fachpolitischen Basis, das systematische Voneinander-Lernen und der Ergebnistransfer, die Förderung der gemeinsamen Identität der kommunalen Jobcenter und der Netzwerkbildung sowie der Austausch zu Herausforderungen der Digitalisierung für kommunale Jobcenter. Die Steuerung des Projekts erfolgt durch die Projektleitung Benchlearning, die an den Arbeitskreis kommunale Jobcenter beim Deutschen Landkreistag berichtet. Dadurch wird gewährleistet, dass aus der Vielzahl der kommunalen Jobcenter als Auftraggeber ein gebündelter Auftraggeberwille gegenüber dem Auftragnehmer artikuliert werden kann.
Kernstück des Projekts ist die Vergleichsringarbeit. Bei den Vergleichsringen handelt es sich um zehn Untergruppen der teilnehmenden kommunalen Jobcenter, die auf Basis fachspezifischer Kriterien
Gebildet werden. Die Teilnehmer tauschen sich innerhalb der Vergleichsringe aus, werten regionale und organisatorische Aspekte der Aufgabenwahrnehmung aus, führen strukturierte Praxisvergleiche durch, analysieren Erfolgsfaktoren, erarbeiten und bewerten Handlungsstrategien und Lösungsansätze, ermitteln gute Beispiele u.v.m. Die Vergleichsringe tagen ca. drei Mal pro Jahr für jeweils 1,5 Tage. Vom Auftragnehmer wird erwartet, dass er die Sitzungen organisiert, dazu einlädt und die Moderation durchführt sowie die Arbeit der Vergleichsringe durch die Aufbereitung und erste Analyse der Daten sowie die Vorbereitung von fachlichen Inhalten unterstützt.
Die Ergebnisse der Vergleichsringarbeit sollen vom Auftragnehmer systematisch aufbereitet und für alle kommunalen Jobcenter nutzbar gemacht werden. Hierzu dient ein vergleichsringübergreifendes, adressatengerechtes Berichtswesen. Der Auftragnehmer erstellt dazu nach jeder Vergleichsringsitzung einen Bericht, in dem die Ergebnisse zusammengefasst werden. Darüber hinaus erstellt der Auftragnehmer jährlich einen internen, qualifizierten Tätigkeitsbericht, in dem alle durchgeführten Aktivitäten sowie die zentralen Ergebnisse der Vergleichsringarbeit zusammengefasst sind. Im Rahmen des Projekts werden ferner jährlich zwei Fachtagungen durchgeführt, die sich in erster Linie an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der kommunalen Jobcenter wenden. Der Auftragnehmer organisiert die Fachtagungen, unterstützt die Projektleitung bei der inhaltlichen Vorbereitung und dokumentiert die Tagungsergebnisse. Der Auftragnehmer unterstützt darüber hinaus die Weiterentwicklung des internen Internetangebots für die kommunalen Jobcenter.
Der Auftragnehmer übernimmt die Koordination aller Elemente und Aktivitäten des Projekts.