Endlagersuche in Deutschland: Wissen, Einstellungen und Bedarfe – wiederholte repräsentative Erhebung (EWident).
Das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) koordiniert und beaufsichtigt die Suche nach diesem Endlager für hochradioaktive Abfälle und ist Träger der Öffentlichkeitsbeteiligung. Es schafft die Grundlagen und Randbedingungen dafür, wie Bürgerinnen und Bürger als „Mitgestalter des Verfahrens“ in die Standortsuche eingebunden werden. Da die Standortauswahl als „selbsthinterfragendes und lernendes Verfahren“ konzipiert ist, legt das StandAG einerseits weitreichende gesetzliche Mindestanforderungen für die Beteiligung fest, die andererseits im Laufe des Verfahrens weiterentwickelt werden sollen. Die Beteiligungsmöglichkeiten im Standortauswahlverfahren stellen somit eine Öffentlichkeitsbeteiligung neuer Qualität dar.
Im Laufe des Standort-Auswahlverfahrens ist es für das BfE von zentraler Bedeutung, Einstellungen und Bedarfe der Bevölkerung zu erheben, um die Wirkungen der eingesetzten Beteiligungsinstrumente beurteilen sowie Konfliktpotentiale frühzeitig erkennen zu können. Konkrete Umfragen zu Einstellungen der Bevölkerung in Bezug auf die Suche nach einem Endlagerstandort wurden in Deutschland vor dem Hintergrund der Novellierung des StandAG 2017 bislang nicht durchgeführt. Anhaltspunkte zu solchen Fragestellungen geben allenfalls Umfragen älteren Datums oder mit anderen thematischen Schwerpunkten.
Das BfE plant deshalb, repräsentative Bevölkerungsumfragen durchführen und regelmäßig wiederholen zu lassen, die ein fundiertes Verständnis der vorherrschenden Haltungen, Meinungen und Wissensstände in Bezug auf die Endlagersuche schaffen sollen. Besonderes Gewicht kommt hierbei der jungen Generation (heute ca. 14- bis 29-Jährige) zu, die in besonderem Maße von Einrichtung und Betrieb eines Endlagers betroffen sein wird.
Aufgabe des ausgeschriebenen Forschungsvorhabens ist es, ein Konzept für diese langfristige, repräsentative Erhebung zu erarbeiten und 2 Befragungen durchzuführen.