Der Abfluss- und Sedimenthaushalt der Oberen Isar – der letzten großen Wildflusslandschaft Bayerns – ist v. a. durch die Überleitung von Isarwasser am Krüner Wehr zum Walchensee seit 1924 erheblich gestört. Die damit einhergehende Beeinträchtigung der fluss- und auendynamischen Prozesse gefährdet vor allem die Vorkommen und den Erhaltungszustand der FFH-Fließgewässerlebensraumtypen 3220 „Alpine Flüsse mit krautiger Ufervegetation“, 3230 „Alpine Flüsse mit Ufergehölzen von Myricaria germanica“, 3240 „Alpine Flüsse mit Ufergehölzen von Salix eleagnos“. Bisher durchgeführte Maßnahmen zur Redynamisierung betrafen nur lokal und temporär wirkende einzelne kleinere Bereiche. Darüber hinaus sind im Bereich Wallgau/Krün zur Gewährleistung des Hochwasser- und Trinkwasserschutzes regelmäßig aufwändige Maßnahmen zum Sedimentmanagement erforderlich, die derzeit durch das Wasserwirtschaftsamt Weilheim umgesetzt werden. Im Jahr 2030 steht die Neuverbescheidung des Walchensee-Überleitungssystems an. Aus diesem Anlass und vor dem Hintergrund der o. g. Situation sind die flussmorphologischen Randbedingungen bzw. naturschutzfachlichen Anforderungen an den zukünftigen Betrieb zu erarbeiten. Insbesondere am Krüner Wehr, an dem das Isarwasser zum Walchensee ausgeleitet wird, ergeben sich im Zuge der Neuverbescheidung neue Handlungsmöglichkeiten.
Mit einem numerischen Sedimenttransportmodell sollen daher nun Möglichkeiten zur Verbesserung des Sedimenthaushalts untersucht werden. Damit soll zur Beantwortung der Frage beigetragen werden, wie die Isar auf lange Sicht nachhaltig bewirtschaftet werden kann bei gleichzeitiger Ausbildung und Erhaltung der genannten, typischen Fließgewässerlebensraumtypen bzw. eines verzweigten Gerinnes.
Eine Beschreibung erfolgte bereits unter II.1.4