Die vom Bieter zu entwickelnden Beratungs- und Dienstleistungen sollen in die Konzeption und Arbeit des derzeit laufenden FED in der Weise eingebracht werden, dass einerseits eine Kontinuität des bisherigen FED („roter Faden“) erkennbar bleibt, andererseits aber auch eine Fortentwicklung des FED möglich wird. Diese Fortentwicklung soll sich sowohl an den dargestellten besonderen Herausforderungen, als auch an vom Bieter darzustellenden Herausforderungen orientieren. Die besonderen Herausforderungen basieren auf den Erfahrungen, die im laufenden FED gemacht wurden, und werden als Grundlage für Ergänzungen durch die Bieter gesehen.
Die übergreifenden Diskussionen zur Energiewende auf Bundes- und Landesebene konzentrieren sich im Schwerpunkt auf technische, ökonomische und ökologische Aspekte. Die Energieanlagen stehen aber vor allem im ländlichen Raum und weitere Anlagen werden vermutlich ebenfalls hier errichtet werden. Dort auftretende Konflikte gefährden die weitere Umsetzung der Energiewende. Die auf politischer und wissenschaftlicher Ebene diskutierte Gleichung: „Mehr Beteiligung schafft Akzeptanz“ greift zu kurz. Das Forum Energiedialog hat sich daher die folgenden Ziele gesetzt:
— die Umsetzung der Energiewende in den Kommunen in Baden-Württemberg zu unterstützen. Dazu bietet sie der kommunalen Ebene im Land konkrete Unterstützung und Handreichung an, die darauf zielen problematische lokale Eskalation zu begrenzen, zu reduzieren oder gar zu vermeiden,
— FED strebt eine Stärkung der Handlungsfähigkeit der Kommunen an und hilft, dass lokale Entscheidungsträger im Kontext der Energiewende zunehmend proaktiv statt reaktiv agieren,
— Daneben trägt FED mit seinen Maßnahmen dazu bei, dass die Bevölkerung in den betreuten Kommunen Aufgabe, Regeln und Grenzen von Planungs- und Genehmigungsverfahren im Zusammenhang mit der Errichtung von Energieanlagen besser versteht und sich leichter vorstellen kann, was mit der Errichtung der Energieanlagen auf sie zukommt.
Um diese Ziele erreichen zu können, hat das Forum Energiedialog auch die Aufgabe, Kommunen im Land bei Konflikten, die im Zusammenhang mit Energieanlagen entstehen können oder bereits existieren, zu beraten und ggf. konstruktiv zu begleiten. Das FED bewegt sich damit zwischen Auftraggeber (Umweltministerium) und den Kommunen, die das FED-Team vor Ort auch als Dialogpartner in Anspruch nehmen.
Dazu sollen unter anderem Themen identifiziert werden, mit denen in geeigneter Weise entsprechende Verwaltungsebenen (Land, Regierungsbezirk, Regionalverband, Landkreis, Kommune) angesprochen werden sollen. Unter anderem sollen Methoden/Instrumente zum Zwecke der Information, des Dialogs und/oder der Bearbeitung (Begrenzung, Deeskalation, Lösung) von Konfliktsituationen von politischen Akteuren, allgemeiner Bürgerschaft oder organisierten Interessensvertretungen/Bürgerinitiativen eingesetzt werden. Außerdem gilt es besondere Herausforderungen zu begegnen wie z. B. die Schaffung, Stabilisierung und Stärkung der wahrgenommenen Allparteilichkeit des Forum Energiedialog durch die Konfliktparteien oder die Schaffung eines Sensoriums, welches die Erforderlichkeit für ein FED-Nachsorgeprogramm rechtzeitig erkennt. Ebenfalls sollen Methoden/Instrumente zur Begegnung und Begrenzung der mobilisierenden Wirkung bestimmter Akteure auf jene Menschen, die in der Sache noch unvoreingenommen sind, eingesetzt werden können.