Aufbau und Einführung eines zentralen Haushalts BI-Systems.
Die Ausschreibung umfasst die Lieferung eines an die Bedürfnisse der Freien Hansestadt Bremen anpassbaren flexiblen BI-Systems als Landeslizenz und folgende Leistungen: Überlassung der Software, Unterstützung bei der Erstinstallation, Realisierung der Anbindung der erforderlichen Datenquellen und Vorfahren, Programmanpassungen, Aufbau einer geeigneten Datawarehouse-Struktur, Beratungsunterstützung bei der Entwicklung und Implementierung der erforderlichen Berichte und Auswertungen, Schulung, Anwenderbetreuung (i. S. eines 3rd-Level-Supports) sowie Softwarepflege und Wartung.
Das BI-System soll im Rechenzentrum von Dataport des zentralen IT-Dienstleisters der Freien Hansestadt Bremen betrieben werden. Zur Unterstützung und Sicherstellung des laufenden Betriebes ist ein Angebot für einen Softwarewartung- und Pflegevertrag zu erstellen.
Der Senat der Freien Hansestadt Bremen hat mit Beschluss vom 21.4.2015 die Senatorin für Finanzen beauftragt ein verwaltungsweites Projekt „Elektronische Haushaltsdarstellung und Haushaltsanalytik (eHaushalt)“ durchzuführen und ein elektronisches Berichtswesen für den Senat aufzubauen, das insbesondere für die unterjährige Berichterstattung zu den Zentralen Finanzen, zum Produktgruppenhaushalt, den Beteiligungen und Sondervermögen sowie zu den Personal- und IT-Ressourcen geeignet ist.
Im Masterplan des zentralen Modernisierungsprogramms „Zukunftsorientierte Verwaltung (ZOV)“ der bremischen Verwaltung ist das Projekt „eHaushalt“ Bestandteil des strategischen Entwicklungsfelds „Integrierte Gesamtsteuerung“. Der Projektauftrag sieht den Aufbau eines zentralen (elektronischen) Managementinformationssystems zur verbesserten Haushaltsdarstellung und Haushaltsanalytik vor. Durch einen ständig aktuellen Überblick über die im Haushalt festgelegten Ziele, Maßnahmen und Kennzahlen sollen Politik und Verwaltung verbesserte wirkungsorientierte Steuerungsinstrumente für die zielgerichtete Haushaltskonsolidierung bereitgestellt werden.
Die Senatorin für Finanzen der Freien Hansestadt Bremen beabsichtigt für die elektronische Haushaltsdarstellung und Haushaltsanalytik sowie insbesondere für die Einführung einer wirkungsorientierten Steuerung ein zentrales Business-Intelligence-System (BI-System) aufzubauen.
Erwartet wird, dass sich die BI-Lösung nahtlos in die bestehende IT-Landschaft der Freien Hansestadt Bremen insbesondere in die bestehenden Finanzsoftwaresysteme SAP und Profiskal integriert. Neben den Daten aus den Finanzsoftwaresystemen sind entscheidungsrelevante Controllinginformationen aus weiteren bremischen Fachverfahren automatisiert zu übernehmen. Die BI-Lösung muss über bereits in der Praxis bewährte Funktionen und Templates zur Darstellung und Analytik von öffentlichen Haushalten, zur Abbildung von politischen Zielsystemen und zur wirkungsorientierten Steuerung verfügen.
Das BI-Verfahren soll die zukünftige zentrale IT-Plattform für die Haushaltssteuerung und für die zentralen Controllingverfahren des Konzerns Freie Hansestadt Bremen (Kernverwaltung und ausgegliederte Organisationseinheiten) bilden. Die BI-Lösung muss daher als technologische Kernkomponente die zukunftsfähige technische Umsetzung der Fachanforderungen aus folgenden Controllingverfahren gewährleisten:
— Finanzplanung der Freien Hansestadt Bremen;
— Haushaltsaufstellung der Freien Hansestadt Bremen;
— Wirkungsorientierte Steuerung;
— Zentrales Finanzcontrolling der Freien Hansestadt Bremen;
— Produktgruppencontrolling der Freien Hansestadt Bremen;
— Doppisches Berichtswesen der Freien Hansestadt Bremen;
— KLR Berichtswesen der Freien Hansestadt Bremen;
— Regierungscontrolling der Freien Hansestadt Bremen;
— Investitionscontrolling der Freien Hansestadt Bremen;
— Beteiligungscontrolling der Freien Hansestadt Bremen;
— Personalcontrolling der Freien Hansestadt Bremen;
— IT-Controlling der Freien Hansestadt Bremen.
Die Einführung der Controllingverfahren soll stufenweise erfolgen.
In der ersten Stufe wird zunächst die Abbildung der Funktionen des Zentralen Finanzcontrollings, des Produktgruppencontrollings und der Wirkungsorientierten Steuerung beauftragt. Die Implementierung der Stufe 1 soll bis zum 31.12.2018 abgeschlossen werden.
Über die Umsetzung und Beauftragung der weiteren Fachcontrollings (Finanzplanung, Haushaltsaufstellung, Doppisches Berichtswesen, KLR Berichtswesen, Regierungscontrolling, Investitionscontrolling, Beteiligungscontrolling, Personalcontrolling, IT-Controlling) soll spätestens nach Abschluss der Stufe 1 entscheiden werden. Die Einführungsunterstützung dieser Funktionsbereiche soll daher optional – als jeweils einzeln zu beauftragende Bestandteile – angeboten werden.
Es wird erwartet, dass der Anbieter die BSI Grundschutzanforderungen erfüllt.