Die nördliche Gera bezeichnet den Bereich der Gera von der Mündung in die Unstrut bei Gebesee, bis zur Stadtgrenze Erfurt. ln diesem Bereich ist die Gera völlig begradigt und beidseitig scharf eingedeicht. Eine Deichzustandsanalyse und das Hochwasser 2013 haben gezeigt, dass die Deiche in diesem kompletten Abschnitt massive Standsicherheitsprobleme haben. Es besteht ein dringender Handlungsbedarf, den vorhandenen, sehr technischen Hochwasserschutz – in einen nachhaltigen, ökologischen HWS umzubauen.
Ein bereits erstelltes Hochwasserschutzkonzept (HWSK) hat Lösungsansätze geliefert. Diese sollen im Rahmen dieses Auftrags zur Genehmigungsreife ausgeplant werden. Neben der Planung eines Hochwasserschutzes von einem HQ100 für die Siedlungsbereiche und voraussichtlich HQ10 für landwirtschaftliche Flächen, sind insbesondere folgende allgemeine Punkte zu berücksichtigen:
Die Reduzierung/Vereinfachung der Gewässer- und Anlagenunterhaltung. Die Unterhaltungsaufwendungen von technischen Anlagen sind zu reduzieren bzw. deren Umsetzung zu vereinfachen.
Die Schaffung von Freiraum für die Gewässerentwicklung. Die Abflussleistung des Flussschlauchs ist so weit wie möglich zu vergrößern. Dies hat in Abwägung mit den Zielen der WRRL zu erfolgen. Die Gera soll durch die Maßnahmen erheblich ökologisch aufgewertet werden.