Das Hochwasserereignis vom Januar/Februar 2008 zeigte, dass auf Grund von Veränderungen im Rückhalte- und Abflussvermögen der Zorge und unzureichender Hochwasserschutzeinrichtungen für die Gemeinden Windehausen, Bielen und Görsbach eine teilweise Hochwasserbetroffenheit sowie eine deutliche Hochwassergefährdung bei extremen Hochwasserereignissen besteht.
Maßnahmen für die Ortslage Windehausen:
Hauptmaßnahme zum Schutz von Windehausen ist der Hochwasserschutzdeich zwischen der nördlichen Zufahrtsstraße und dem Krummbach mit einer Länge von ca. 800 m und einer mittleren Höhe von 1,50 m.
Im Abschnitt zwischen dem Krummbach und dem Sportplatz kann der Deich entlang des vorhandenen Weges errichtet werden, der dann auch zur Verteidigung der Deiche genutzt werden kann. Nördlich des Sportplatzes muss bis zur Straße (nördliche Zufahrt Windehausen) ein neuer Weg von ca. 300 m Länge vorgesehen werden.
Für den Krummbach und den Mühlgraben sind Absperrbauwerke mit Schützen von ca. 1 m
Im Norden von Windehausen sollte die Zufahrtsstraße in einem Abschnitt von ca. 50 m auf Geländeniveau abgesenkt werden, um eine Entlastung des sich am HWS-Deich aufstauenden Wassers zu erreichen. Zur Ortslage hin muss nach der Mulde die Straße angehoben werden um ein Einströmen des Hochwassers über die Straße zu verhindern. Die Straßenanhebung ist im Westen mit dem HWS-Deich und im Osten mit der Verwallung zu verbinden. Für die zu erstellende Flutmulde ist somit die Straße auf ca. 150 m neu aufzubauen.
Am nördlichen Ortsrand sind weiterführende Hochwasserschutzmaßnahmen notwendig, die eine Höhe von 1 m nicht übersteigen und daher in Form einer Verwallung oder Geländemodellierung mit Böschungsneigungen > 1: 3 erfolgen können. Damit brauchen die höheren Anforderungen eines Hochwasserschutzdeiches nicht erfüllt werden. Ein Verteidigungsweg ist nicht vorgesehen.
Im Süden von Windehausen wird eine Flutmulde errichtet, die ausgehend vom Krummbach das Hochwasser in Richtung Zorge ableitet. Dafür ist die Straße Windehausen – Heringen zwischen Krummbach und Zorge ebenfalls abzusenken oder als Alternative mit Flutbrücken zu ergänzen. Aus ökonomischer Sicht ist die Absenkung der Straße die deutlich günstigere Variante.
Für die Errichtung der Flutmulde ist eine Geländemodellierung auf einer Fläche von ca. 5 000 m
Am östlichen Rand schließt sich zwischen Krumbach und Straße ein HWS-Deich mit einer Länge von 120 m und einer mittleren Höhe von ca. 1,10 m an. Dieser verhindert den Hochwasserabfluss in Richtung Ortslage.
Der HWS-Deich am Krummbach zwischen der Hauptstraße (K19) und der Brücke der Straße „Hinterm Dorf“ mit einer Länge von ca. 80 m und einer mittleren Höhe von 0,70 verhindern den Rückstau aus dem Krummbach in Richtung Ortslage.
Unterhalb der Straßenbrücke „Hinterm Dorf“ muss ebenfalls eine Ausuferung des Krummbachs in den Bereich der Landwirtschaftsbetriebe verhindert werden. Inklusive Freibord sind hier Höhen < 1 m ausreichend, so dass wieder eine Verwallung oder ggf. Ufererhöhung möglich ist.