Architectural, engineering and planning services | Tenderlake

Architectural, engineering and planning services

Contract Value:
EUR 280K - 280K
Notice Type:
Contract award notice
Published Date:
10 July 2023
Closing Date:
Location(s):
DEG0G Weimarer Land (DE Germany/DEUTSCHLAND)
Description:
Wasserburg Kapellendorf - Sicherung/Sanierung Prinzessinnenbau - Leistungen Objektplanung Gebäude nach HOAI § 34

Ausgangslage

Von verarmten Burgherren wurde sie verpfändet, für die Stadt Erfurt war sie ein wichtiger Teil ihrer Burgenpolitik, für einen Raubritter sicheres Versteck und die Sachsen nutzten sie als Justiz- und Rentamt. Im 14. Jahrhundert erhielt die Burg, von der Baureste ins 12. Jahrhundert datiert werden können, ihre Gestalt mit Ringmauer, Wassergraben und mittelalterlichem Wohnturm. Heute zählt Kapellendorf zu den besterhaltenen Burgen Thüringens und beherbergt ein Burgmuseum. Im 18. Jahrhundert, aus der Zeit, in der Kapellendorf an die Sachsen verpfändet war, wurde der sogenannte Prinzessinnenbau errichtet, der zwar als Witwensitz fürdie Herzogin Eleonore Wilhelmine von Anhalt-Köthen gedacht war, aber nie als solcher genutzt wurde, da sie während der Bauarbeiten verstarb. Er wurde stattdessen als Getreidespeicher ausgebaut. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts wurde er im Inneren als Veranstaltungsort umgebaut.

Bei dem Prinzessinnenbau handelt es sich um einen dreigeschossigen Steinbau mit Mansarddach, welcher baugeschichtlich der jüngste Teil der Bebauung im Burghof darstellt. Entsprechend der Ergebnisse der bauhistorischen Untersuchungen kann davon ausgegangen werden, dass 1726 der Rohbau mit Umfassungswänden zwar fertig gestellt, ein Innenausbau, einschl. der Anlage der Geschossdecken, jedoch nicht stattfand.

Die Westfassade blieb seit 1726 ohne Verputz und zeigt bauliche Eingriffe und Veränderungen der Jahre 1759 sowie nach 1970. Die Ostfassade zum Burghof wurde erstmals in den 1970er Jahren verputzt.

Im Rahmen des Sonderinvestitionsprogrammes (SIP I) werden vom Bund und Land Fördermittel für die thüringische Schlösserlandschaft bereitgestellt. Der Zeitraum läuft bis 2027.

Planungsaufgabe

Es besteht ein hoher Schädigungsgrad an den Dachrändern, Traufen und Kehlen infolge starker Durchfeuchtung. Die holzschutzgutachterlichen Untersuchungen von 2019 kommen zu dem Ergebnis, dass der komplette Dachstuhl inkl. aller Einbauten stark mit gesundheitsschädlichen Substanzen (Hylotox, DDT, Lindan) angereichert ist. Für weitere Arbeiten im Dachstuhl muss die Gefahrenstufe zunächst durch die Beseitigung von kontaminierten Liegestaub und kontaminierten Einbauten minimiert werden. Der kontaminierte Liegestaub und die neuzeitlichen kontaminierten Einbauten im DG werden im Vorfeld entfernt (nicht Gegenstand der Planungsaufgabe).

Die akut abgängige Bausubstanz soll grundhaft mit den Schwerpunkten Tragsystem gesamt, Dachhaut und Fassaden saniert werden. Hierfür sind eine konstruktive Sicherung und Sanierung des Dachstuhls inkl. Sanierung der Dacheindeckung erforderlich. Ebenso sind die Decken konstruktiv zu sichern und die Fassaden zu sanieren. Die Planungen sind auf die Sicherung der akut gefährdeten Denkmalsubstanz auszurichten. Auch soll eine Gesamtkonzeption für die Erschließungs- und Rettungswege im Prinzessinnenbau inkl. der Erschließungszone zwischen Prinzessinnenbau und Justiz- und Rentamt erarbeitet werden. Dabei ist vorrangig von einer nutzungsneutralen Sanierung ohne nutzungsspezifischen Ausbau auszugehen. Die vorbeschriebene Planungsaufgabe soll in enger Zusammenarbeit mit der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, den Vertretern der Denkmalfachbehörde und den weiteren Fachplanern (u.a. Tragwerksplanung) denkmalgerecht, genehmigungsfähig und nachhaltig entwickelt werden.

Als Baukostenobergrenze sind 3,0 Mio. EUR brutto für die Kostengruppen 100 bis 700 festgelegt. Voraussichtliche Anteile der anrechenbaren Kosten:

KG 300: 2.050.000,00 EUR netto,

KG 400: 100.000,00 EUR netto.

Die Planung ist auf die Baukostenobergrenze auszurichten. Der Auftraggeber schätzt für das Planungsvorhaben entsprechend der Aufgabenstellung nach derzeitigem Stand wie folgt ein: Honorarzone III. Voraussichtliche Realisierung:

LPH 1-2: 07/2023 - 02/2024

LPH 3: 02/2024 - 06/2024 (Antragsunterlage Z-Bau)

LPH 4-7: 09/2024 - 02/2026

LPH 8: 02/2026 - 11/2028

Der Auftraggeber behält sich eine stufenweise Beauftragung der Leistungsphasen nach HOAI §§ 34 ff vor.

In einem ersten Schritt erfolgt die Beauftragung für die Leistungsphasen 1 und 2 nach HOAI, zur Vorplanung mit dem Ziel zur Erstellung des Sanierungskonzeptes (einschl. denkmalpflegerische Zielstellung) bis 1. Quartal 2024, ohne Rechtsanspruch auf Weiterbeauftragung. Die Beauftragung weiterer Leistungsphasen (3-9, ab 1. Quartal/2024) besteht als Option der Auftragserweiterung. Sie können, abhängig von der Zusage der Fördermittelgeber, erst im Ergebnis der geprüften Unterlage beauftragt werden. Die Bearbeitung der Leistungsphase 3 schließt mit einer Antragsunterlage nach Zuwendungsbau (Freistaat Thüringen) ab. Es ist von Vorteil, wenn die Bewerber Erfahrung in der Bearbeitung von Zuwendungsbauten haben.

Awarded to:
Wasserburg Kapellendorf - Sicherung/Sanierung Prinzessinnenbau - Leistungen Objektplanung Gebäude nach HOAI § 34, Lph 1-2
Spangenberg + Braun - Architekten Partnerschaft mbB, Erfurt (DE)
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The Buyer:
Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten
CPV Code(s):
71240000 - Architectural, engineering and planning services