FE 82.0737/2019 – „Systematisierung geeigneter fahrfremder Tätigkeiten für automatisiertes Fahren von schweren Güterkraftfahrzeugen“.
Ab dem hochautomatisierten Fahren (L3) soll es dem Fahrer künftig ermöglicht werden, Nebentätigkeiten im Sinne von fahrfremden Tätigkeiten (FFT) während der automatisierten Fahrt auszuführen. Beim automatisierten Fahren von Güterkraftfahrzeugen (Gkfz) sind neben Aspekten der Mensch-Maschine-Interaktion und der Verkehrssicherheit der wirtschaftliche Nutzen, der in Verbindung mit den FFT erwartet wird, von besonderem Interesse. Es besteht grundsätzlicher Bedarf nach einer systematischen Kategorisierung der potentiell denkbaren FFT, in die auch Kriterien einfließen, die eine Beurteilung der Eignung für das automatisierte Fahren in den Automatisierungsstufen L3 und L4 erlauben. Zur Beurteilung der Eignung von FFT aus Sicht der Mensch-Maschine-Interaktion und der Straßenverkehrssicherheit stehen Kriterien im Vordergrund, die die Wirkung der FFT auf die Übernahmebereitschaft und die Übernahmeleistung des Fahrers berücksichtigen.
Gesamtziel des Vorhabens ist eine umfassende Systematisierung möglicher FFT für das automatisierte Fahren in schweren Gkfz. Unter Systematisierung sind folgende Aspekte zu verstehen:
a) Gliederung (Kategorisierung) des Feldes möglicher FFT nach formalen Eigenschaftsmerkmalen,
b) Charakterisierung der FFT hinsichtlich deren Eignung unter Zugrundelegung von verschiedenen Beurteilungskriterien,
c) Aufbau einer Katalogstruktur. Im Rahmen dieses Projekts soll eine Systematisierung entworfen und exemplarisch umgesetzt werden.
Für die Bearbeitung des Vorhabens sollen folgende Arbeitspakete aufgegriffen werden: Literaturanalyse, Expertenbefragungen, Katalogentwurf, Katalogoptimierung und –ergänzung unter Berücksichtigung der Ergebnisse eines Expertenworkshops, Anwendungsbeispiele, Ergebnisdokumentation und Berichtslegung.