Der Immobilienmarkt in Deutschland besteht aus verschiedenen Segmenten, die
nicht getrennt voneinander agieren, sondern durch interdependente
Zusammenhänge miteinander verknüpft sind. So ergeben sich insbesondere
zwischen Wirtschafts- und Wohnimmobilien relevante Querschnitts-
Fragestellungen. Diese Wechselwirkungen sollen im Rahmen dieser Studie
übergreifend über die Segmente der Wohn-, Büro-, Einzelhandels-, Logistik- und
ggf. weiterer Wirtschaftsimmobilien adressiert werden. Dabei sollen
durchgängig auch die spezifischen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie
analysiert werden.
Es gibt zahlreiche Studien und Forschungsvorhaben, die den Wohnungsmarkt
und die Entwicklung der Wirtschaftsimmobilien in den Blick nehmen. Zudem
liegen verschiedene quantitative Datenbestände (z. B. Preisdaten) sowie
qualitative Erhebungen (z. B. Expertenbefragungen) zur Entwicklung des
Immobilienmarktes vor. Die Betrachtung erfolgt jedoch überwiegend isoliert
nach den einzelnen Marktsegmenten.
Durch die systematische Analyse der Wechselwirkungen zwischen Wohn- und
Wirtschaftsimmobilien im Rahmen dieses Forschungsvorhabens ergibt sich ein
deutlicher Mehrwert, da multiple Rahmenbedingungen, strukturelle
Veränderungen durch existierende Trends und konjunkturseitige Einflüsse wie
die aktuelle Covid-19-Pandemie ineinandergreifen. Somit können integrierte
Handlungsansätze und Potenziale in der Stadtentwicklung besser aufgezeigt
werden.
Die Umsetzbarkeit und Praxisnähe solcher Potenziale spielt dabei eine große
Rolle und wird in der Fachwelt oftmals kontrovers diskutiert. Beispielweise wird
aus wohnungswirtschaftlicher Sicht über die erforderlichen
Rahmenbedingungen (Lage, Bausubstanz, Rentierlichkeit usw.) für eine stärkere
Umwandlung von Wirtschafts- in Wohnimmobilien gesprochen, um dem hohen
Nachfragedruck auf dem Wohnungsmarkt in einigen Städten und Regionen
entgegenzuwirken.
Vor diesem Hintergrund soll eine systematische Betrachtung über die
Immobilienmarktsegmente anhand von Auswertungen quantitativer Daten und
qualitativer Erhebungen sowie der Analyse von Fallstudien vorgenommen
werden. Vorhandene Datengrundlagen sollen bezüglich ihrer Aussagekraft und
Kompatibilität über alle Marktsegmente hinweg überprüft und weitere
Erhebungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Das Forschungsvorhaben wird als
Basisprojekt für die weitere Betrachtung der einzelnen Themenschwerpunkte
verstanden und soll die wesentlichen Handlungsempfehlungen, Trends,
Potenziale und Hemmnisse aufzeigen.
Ziele der Studie sind somit:
- Aufbereitung der Einflussfaktoren und Trends anhand quantitativer Daten und
qualitativer Aussagen (z.B. Expertengespräche / Workshops) / Quantitative und
qualitative Erkenntnisse zu den aktuellen Entwicklungen auf dem
Immobilienmarkt bzgl. der Wechselwirkungen zwischen Wohn- und
Wirtschaftsimmobilien in einen mehrstufigen Verfahren
1. Überblick: Allgemeine Wechselwirkungen zwischen Wohn- und
Wirtschaftsimmobilien für die gesamte Bundesrepublik
2. Vertiefung 1: Aufzeigen von Potenzialen und Hemmnissen der Umwandlung
von Wirtschaftsimmobilien zu Wohnimmobilien, betrachtet nach den
unterschiedlichen Segmenten der Wirtschaftsimmobilien (z. B. Büro,
Einzelhandel, Parkhäuser)
3. Vertiefung 2: Darstellung der aktuellen Trends zur Entwicklung der
Innenstädte und Zentren
- Ergebnisse zu Handlungsmöglichkeiten des Bundes sowie der Länder und
Kommunen, ggf. in Kooperation mit weiteren Akteuren
- starker Praxisbezug durch die Aufbereitung von Fallstudien
- Grundlage für die Weiterentwicklung des Forschungsclusters „Innenstadt“
siehe Leistungsbeschreibung