Die Leistungen des Auftragnehmers umfassen die Fachplanung Technische Ausrüstung, Anlagengruppen 4 und 5 gem. Teil 4 Abschnitt 2 HOAI an der Hochschule Kaiserslautern, Campus Zweibrücken, Leistungsphasen (LPH) 2-9 gem. § 55 HOAI, ergänzt durch besondere Leistungen. Die Fachplanung umfasst den Neubau eines Erweiterungsbaus für der Reinraum des Gebäudes L. Hierzu sind Planungsleistungen der Kostengruppe (KG) 440 und 450 zu erbringen.
Weiterhin ist die Fachplanung für die Renovierung des Bestandreinraumes im Gebäude L zu erbringen.
Ziel des Vergabeverfahrens ist die Vergabe der Fachplanung der Elektrotechnik, (LPH 2-9), ergänzt durch besondere Leistungen, für den Neubau eines Erweiterungsbaus für den Reinraum des Gebäudes L und die Renovierung des bestehenden Reinraumes, an der Hochschule Kaiserslautern, Campus Zweibrücken.
Der Reinraum am Standort Zweibrücken der Hochschule Kaiserslautern wurde 1998 fertiggestellt und im Folgejahr mit zahlreichen Großgeräten ausgestattet. Er diente zunächst vor allem der Lehre im Studiengang Mikrosystemtechnik. Zunehmend wurde er auch für die angewandte Forschung der Mikrosystemtechnik-Professoren genutzt. Inzwischen finden Lehrveranstaltungen für die 3 Bachelor-Studiengänge Mikro- und Nanotechnologie, Applied Life Sciences und Technische Betriebswirtschaft sowie die 2 Master-Studiengänge Mikrosystem- und Nanotechnologie und Applied Life Sciences statt. Durch die steigenden Drittmitteleinnahmen nutzen den Reinraum aktuell etwa 20 Projektmitarbeiter (darunter ca. 10 Doktoranden) sowie jährlich ca. 15 Studenten für ihre wissenschaftlichen Abschlussarbeiten. Hinzu kommen noch zahlreiche externe Nutzer in Forschung und Lehre. Zusätzlich zu der steigenden Nutzerzahl haben sich auch die Arbeitsbereiche inhaltlich und thematisch weiterentwickelt und erweitert. Wissenschaftliche und technische Entwicklungen haben vor allem zu einem Ausbau der angewandten Forschung und Lehre in Richtung Nanotechnologie geführt.
Die Reinraumtechnik ist inzwischen veraltet und teilweise defekt. Sie kann nur sehr aufwändig repariert und an die neuen Anforderungen angepasst werden. Aus technischen Gründen ist eine Schließung des Reinraums während der Sanierungszeit nicht zu vermeiden, da wesentliche Teile der Reinraumtechnik erneuert werden müssen. Diese lange Schließungszeit würde den Lehr- und Forschungsbetrieb erheblich behindern, wenn nicht sogar unmöglich machen.
Für die Zeit der Sanierung des alten Reinraums ist deshalb die Errichtung des Ergänzungsneubaus unabdingbar. Der Ergänzungsneubau wird die einzige Möglichkeit sein, um die entsprechenden Forschungsarbeiten durchführen zu können. Er muss deshalb alle wesentlichen Funktionsbereiche des jetzigen, alten Reinraums enthalten. Allerdings ist der Ergänzungsneubau wegen der hohen Baukosten wesentlich kleiner geplant als laut Flächenbedarfsermittlung rechnerisch der HS Kaiserslautern zustünde. Der Ergänzungsneubau wird ohne Büroräume für die Labormitarbeiter geplant – deshalb hat man sich auf die Umsetzung einer Reinraumbrücke geeinigt, welche die beiden Reinraumeinheiten miteinander verbindet und somit einen ungehinderten Verbindungsgang bildet. Um den Lehr- und Forschungsbetrieb in einer akzeptablen Weise aufrechtzuerhalten zu können, ist diese Verbindung notwendig.
Das Gesamtbauvorhaben umfasst die Sanierung des Bestandsreinraums im Gebäude L sowie den Neubau des Erweiterungsreinraums mit insgesamt 985 m
Diese Fläche ist unterteilt in die Sanierung des Bestandsreinraums mit 356 m
Gegenstand der zu erbringenden Leistungen sind die Fachplanungsleistungen Anlagengruppe 4, Starkstromanalagen und die Anlagengruppe 5, Fernmelde- und informationstechnische Anlagen.
Geschätzte Herstellungskosten für den Neubau des Erweiterungsbaus:
— KG 440: ca. 880 000 EUR netto,
— KG 450: ca. 95 000 EUR netto.
Geschätzte Herstellungskosten für die Sanierung des Bestandreinraumes:
— KG 440: ca. 137 000 EUR netto und
— KG 450: ca. 22 000 EUR netto.
Geplante Fertigstellung:
Inbetriebnahme Erweiterungsbau: 26.9.2023
Inbetriebnahme Bestandsreinraum nach Sanierung: 30.9.2024.