Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat die Programmstelle Berufsorientierung im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) beauftragt, verschiedene Typen von Potenzialanalysenverfahren vergleichend zu untersuchen. Geplant ist eine Interventionsstudie, in der die Effekte von 4 verschiedenen Typen von Interventionen miteinander verglichen werden sollen. Das geplante Forschungsprojekt wird in 2/7 folgende Lose aufgeteilt: Los 1: Wissenschaftliche Umsetzung der Interventionsstudie (exkl. Durchführung der Interventionen). Ab Seite 8 der Leistungsbeschreibung Los 2: Bildungsträger im Berufsorientierungsprogramm: Bereitstellung der Kooperationsschulen und des pädagogischen Personals, Bereitstellung eines eigenen Potenzialanalyseverfahrens und Schulung der pädagogischen Fachkräfte darin, Umsetzung aller Interventionen vor Ort, Durchführung der Vortest- und Nachtest-Befragungen. Ab Seite 15 der Leistungsbeschreibung. Los 3:Entwicklung eines zweitägigen Potenzialanalyse verfahren.
Zur wissenschaftlichen Umsetzung der Interventionsstudie (exkl. Durchführung der Interventionen und Vortest- und Nachtest-Befragungen) wird ein wissenschaftlicher Partner gesucht (Auftragnehmer Los 1=AN 1), der die im Folgenden beschriebenen Leistungen übernimmt. Los 1 beinhaltet die finale Formulierung der Forschungsfragen und Erstellung der Erhebungsinstrumente, die Durchführung eines Pretests und Überarbeitung der Erhebungsinstrumente, die Gesamtverantwortung für die Durchführung der Befragungen und die Auswertung der Daten sowie die Berichterstattung. Die Projektleitung für das Gesamtvorhaben der Interventionsstudie liegt bei der Programmstelle Berufsorientierung im BIBB.
Los 2: Bildungsträger aus dem Berufsorientierungsprogramm Bereitstellung der Kooperationsschulen und des pädagogischen Personals, Bereitstellung eines träger eigenen Potenzialanalyseverfahrens und Schulung der pädagogischen Fachkräfte darin, Umsetzung aller Interventionen vor Ort, Durchführung der Vortest- und Nachtest-Befragungen.
Die Umsetzung der Interventionen und die Durchführung von 3 der 4 Befragungen soll durch einen Bildungsträger (Auftragnehmer Los 2= AN 2) erfolgen, der am BOP beteiligt ist und über Erfahrung in der Umsetzung des BOP und der Potenzialanalyse verfügt. Los 2 beinhaltet
— die Bereitstellung der erforderlichen Kooperationsschulen,
— Bereitstellung des zur Umsetzung aller Interventionen erforderlichen pädagogischen Personals und Schulung im eigenen Verfahren,
— Bereitstellung eines eigenen Potenzialanalyse-Verfahrens, welches den Qualitätsstandards im BOP entspricht und in großem Umfang bereits im BOP und an verschiedenen Schulformen zum Einsatz gekommen ist,
— Umsetzung der Interventionen an den 6 Schulen und Durchführung der Vortest- und Nachtest-Befragungen sowie der Befragungen des pädagogischen Personals.
Zur Entwicklung eines Potenzialanalyseverfahrens mit reflexions- und biografieorientierten Aufgabenstellungen wird ein Partner gesucht (Auftragnehmer Los 3= AN 3), der die im Folgenden beschriebenen Leistungen übernimmt. Los 3 beinhaltet die Konzepterstellung für eine zweitägige Potenzialanalyse mit reflexions- und biografieorientierten Aufgabenstellungen, die Erprobung des Verfahrens an 3 Klassen, die Anpassung des Konzepts, die Erstellung eines Schulungskonzepts für das Verfahren und die Schulung im Verfahren. Die Konzeptentwicklung erfolgt in enger Abstimmung mit der Prorammstelle Berufsorientierung im BIBB.
Anforderung an das Konzept:
Eine theoretische Herleitung
— Zusammenstellung von vielfältigen reflexions- und biografieorientierten Aufgabenstellungen,
— Wechsel von Einzel- und Gruppenaufgaben,
— biografieorientierte Aufgabenstellungen mit klarem Bezug zu eigenen Fähigkeiten, Interessen und Ressourcen aus der Lebensgeschichte (keine Problematisierung psychisch belastender Erfahrungen und/oder Beziehungskonstellationen),
— handlungsorientierte Aufgaben ohne systematische Beobachtung, z. B. erlebnispädagogische Aufgaben mit Gruppenauswertungen,
— regelmäßige Anteile von Selbstreflexion bzw. Gegenüberstellung von Selbst- und Fremdeinschätzung z. B. im Peer verfahren,
— kurze Ergebnisdokumentation (ggfls. durch den/die Jugendliche selbst),
— Vorschläge für Ablauf und Leitfragen im individuellen Reflexionsgespräch.