Das Deutsche Elektronen Synchrotron DESY ist eine Forschungseinrichtung mit Standorten in Hamburg und Zeuthen (Brandenburg). DESY beschafft laufend Server- und Speichersysteme unterschiedlicher Ausstattung für Anwendungen, die rechenintensiv sind und/oder hohen Bedarf an Speicher und Datendurchsatz haben. DESY beabsichtigt, für die Lieferung von Servern sowie zugehörigen Teilen und ggf. zu deren Betrieb notwendige Softwarelizenzen, Rahmenverträge in 5 Losen mit jeweils mehreren Vertragspartnern abzuschließen. Je Los wird aus Gründen der Versorgungssicherheit mehr als ein Auftragnehmer ausgewählt. Als Forschungsinstitut mit weltweit führenden Beschleuniger-Anlagen muss DESY stets schnell und flexibel auf Neuerungen in der IT-Welt reagieren und erwartet diese Flexibilität auch von den Partnern während der Laufzeit des Rahmenvertrages. Die vorgenannten Voraussetzungen gelten auch für die übrigen mit DESY verbundenen Forschungseinrichtungen (vgl. weitere Auftraggeber unter Ziffer I.1).
Bestandteil dieses Loses sind High-Performance-Computer Systeme, im folgenden kurz HPC Rechensysteme. Diese Rechner definieren sich u. a. dadurch, dass sie:
— Mittels eines Hochgeschwindigkeitsnetzes mit geringer Latenz vernetzt sind;
— Schnelle Rechenkerne (im Sinne der Floating Point-Performance) bei einer moderaten Zahl von Kernen pro Server besitzen;
— Über mindestens 8 GB RAM/core verfügen;
— Innerhalb einer Generation möglichst homogen in Hardware, Leistungsfähigkeit und Konfiguration sind;
— Die Gesamtperformance über das koordinierte Zusammenspiel aller Komponenten erfolgt, deshalb besondere Kenntnisse des Anbieters im HPC Bereich vorhanden sein müssen.
Außerdem sind Bestandteil dieses Loses Farm-Rechner für lose gekoppelte Clustersysteme. Diese Rechner definieren sich u. a. dadurch, dass sie:
— Möglichst kosteneffektiv sind;
— Schnelle Rechenkerne (im Sinne der Floating Point Performance) bei einer moderaten Zahl von Kernen pro Node besitzen;
— Über mindestens 4 GB RAM/core verfügen;
— Innerhalb einer Generation möglichst homogen in Hardware, Leistungsfähigkeit und Konfiguration sind;
— Die Gesamtperformance über das koordinierte Zusammenspiel aller Komponenten erfolgt, deshalb besondere Kenntnisse des Anbieters im Farm Bereich vorhanden sein müssen.
Die Applikationen auf dem HPC System und auf den Farm Systemen sind auf die x86-64 Architektur angewiesen.
Die Server werden überwiegend mit CentOS betrieben. Im Verhandlungsverfahren werden genauere Bestimmungen zum notwendigen CentOS Support beschrieben.
Die Komponenten umfassen z. B. die Lieferung von GeneralPurpose-GPU oder Switch Komponenten und Kabel für die HPC Hochgeschwindigkeitsnetze.
Bestandteil dieses Loses sind Server, die in größerer Diversität eingesetzt werden. Diese Rechner definieren sich u. a. dadurch, dass sie:
— Wegen der Kompatibilität von bestehenden Anwendungen x86-64 Architektur besitzen. Die Server werden überwiegend mit CentOS, Ubuntu oder Windows-Server Versionen betrieben. Im Verhandlungsverfahren werden genauere Bestimmungen zum notwendigen Betriebssystem-Support beschrieben;
— Größere Ausfallsicherheit haben (z. B. redundante Festplatten, Stromversorgung und Lüfter) mit der Möglichkeit, defekte Komponenten im laufenden Betrieb zu tauschen;
— Gute Management- und Überwachungsmöglichkeiten besitzen (z. B. out-of-band management);
— Plattformen mit flexiblem Zubehör ermöglichen: Gleiche Plattform (Hersteller, Management) für Systeme mit bis zu 24x2.5" oder 12x3.5" Festplatten (HDD oder SSD), oder Systeme mit Zusatzkarten (Beschleunigerkarten, GP-GPU, NVMe SSD etc.), Netzwerkkarten (InfiniBand, 40 GE, FibreChannel etc.) oder bis zu vier Sockel CPU, oder hohem RAM-Ausbau (aktuell mehr als 1 TB RAM). Server aus diesem Los müssen von den Verwendern ohne Verlust der Garantie reparierbar sein. Der Austausch von RAM, (redundanten) Netzteilen, Lüftern und Festplatten muss vor Ort möglich sein (Mindestanforderung, nicht verhandelbar), der Austausch von anderen Komponenten wird positiv bewertet.
Bestandteil dieses Loses sind Server und Speichersysteme, die als Basis Building Blocks für selbst aufgebaute Storage-Systeme dienen. Diese Systeme definieren sich u. a. dadurch dass sie:
— Ausfallsicherheit, Management- und Überwachungs-Fähigkeiten ähnlich oder besser als Los 2 besitzen;
— Daten müssen mindestens mittels RAID-6 oder vergleichbaren Verfahren gegen den Ausfall von 1-2 Platten gesichert sein;
— Über möglichst dichten Speicher (TB/HE) verfügen;
— Der Preis möglichst günstig ist (sowohl EUR/ TB raw capacity als auch EUR/TB nach RAID);
— Datendurchsatz vom Festplattensystem über das Netzwerk: mindestens 1 Gbit/s pro 20 TB raw-Festplattenkapazität beträgt (z. B. 2.5 GByte/s bzw. 2x10 GE für ein System mit 40x 10 TB Platten);
— Eine Kapazität pro Server mindestens 12x3.5" Platten pro System, mindestens 32 GB RAM und möglichst Storage-in-a-box oder direct-attached-storage aufweisen
— Anwendungsfall: U.a dCache Pool-Node, CEPH Server oder Lustre Pools.
— Die Server werden überwiegend mit CentOS betrieben. Im Verhandlungsverfahren werden genauere Bestimmungen zum notwendigen CentOS Support beschrieben.
Server aus diesem Los müssen von den Anwendern ohne Verlust der Garantie reparierbar sein: Der Austausch von RAM, (redundanten) Netzteilen, Lüftern und Festplatten muss vor Ort möglich sein (Mindestanforderung, nicht verhandelbar), der Austausch von anderen Komponenten wird positiv bewertet.
Der Anbieter hat Systeme in diesem Los so zu konfigurieren dass die angebotenen Komponenten über einen Zeitraum von mindestens 12 Monaten ab Einführung Image stabil sind.
Im Rahmen der Datennahme bei Petra-III und XFEL werden aktuell hochperformante Storage Systeme mit der IBM Spectrum Scale Technologie eingesetzt. Zusätzlich wird die Software IBM Spectrum Scale RAID für die Datensicherheit eingesetzt. Zur Erweiterung dieser Infrastruktur werden in diesem Los Systeme mit folgenden Eigenschaften ausgeschrieben:
— Ausfallsicherheit, Management- und Überwachungs-Fähigkeiten ähnlich oder besser als Los 2;
— Hochgeschwindigkeitsnetzwerk mit niedriger Latenz;
— Möglichst dichter Speicher (TB/HE) (für Daten) bzw. möglichst hohe IOPS (für Metadaten);
— Möglichst günstiger Preis (EUR / TB netto für Daten bzw. EUR/IOPS für Metadaten);
— Zertifizierung der Hardware für die Software IBM Spectrum Scale RAID;
— Wartung für Software und Hardware 60 Monate (5/12, Next Business Day).
Der Bieter muss später in seinem Angebot darlegen, bei welchen Teilen die Anwender Eigenreparaturen vornehmen können. Die Möglichkeit der Eigenreparatur von RAM, Festplatten und Netzteilen mittels zertifizierter Austausch-Hardware wird positiv gewertet.
Bestandteil dieses Loses sind Speichersysteme der Firma NetApp, die sich u. a. auszeichnen durch:
— Eine sehr hohe Datenverfügbarkeit;
— Gute Management-Features (Snapshots, Datenmigration, Spiegelung in entfernte Rechenzentren, Performance Monitoring und Tuning, Integration in vorhandene Software-Systeme);
— Skalierbarkeit (Größe, Performance) und Ausbau-Fähigkeit;
— Partionierbarkeit in verschiedene Bereiche für verschiedene Anwendungen;
— Multi-Protokoll-Fähigkeiten: Je Partition muss einstellbar sein, ob der Speicher als Block-Device angesprochen werden kann oder über Netzwerk-Dateisysteme;
— Unterstützte Netzwerk-Dateisysteme sind mindestens NFSv3, NFSv4.0, NFSv4.1, SMB 2.0 – 3.1.1;
— NFS und SMB müssen für einen Bereich gleichzeitig verfügbar sein;
— Export von Block-Devices mittels FibreChannel oder iSCSI;
— Integrierbarkeit in ActiveDirectory und LDAP / Kerberos v5;
— Integrierbarkeit in der vorhandenen IT-Umgebung im Hinblick auf Überwachung und Logging;
— Wartung für Software und Hardware 60 Monate (5/12, Next Business Day, mit der Möglichkeit 24/7 mit 4 Stunden Reaktionszeit oder Mischkonfigurationen zwischen unterschiedlichen Service-Levels).
Der Bieter muss darlegen, bei welchen Teilen DESY Eigenreparaturen vornehmen kann. Die Möglichkeit der Eigenreparatur von RAM, Festplatten und Netzteilen mittels zertifizierter Austausch-Hardware wird positiv gewertet.
Hinweis: DESY setzt aktuell Speichersysteme auf Basis von NetApp Appliances ein. Diese Systeme sind sehr tief in bestehende Nutzer und Data Management Workflows eingebunden. Diese bestehenden Speicher-Systeme werden erweitert und erneuert. Zur Vermeidung von inkompatiblen Schnittstellen, Instabilitäten, Zusatzaufwand, aus Effizienzgründen etc. wird DESY weiterhin Produkte der Firma NetApp einsetzen.