Das Hochwasserschutzkonzept für den Donauausbau zwischen Straubing und Vilshofen sieht vor, vorhandene Überschwemmungsgebiete soweit wie möglich zu erhalten und dort den Schutzgrad nicht zu erhöhen. Diese verbleibenden Hochwasserrückhalteräume werden mit dem Bau neuer zweiter Deichlinien von den bebauten Gebieten abgegrenzt und sollen über ein selbstregulierendes System im Hochwasserfall aktiviert werden können. Aktivierungszeitpunkt und Zuflussmenge in den Rückhalteraum resultieren aus umfangreichen instationären hydraulischen Berechnungen und wurden planfestgestellt. Das selbsttätige Zulaufsystem soll über abgesenkte, befestigte Überlaufstrecken mit aufgesetzten erodierbaren Deichen im Bereich der ersten Deichlinien erreicht werden. Im Rahmen der Ausführungsplanung dieser Zulaufsysteme soll ein wasserbauliches Versuchslabor für die Durchführung physikalischer Modellversuche beauftragt werden.
Zur Erhöhung der Planungssicherheit soll mit Hilfe von physikalischen Modellversuchen untersucht werden, ob durch einen geeigneten konstruktiven Aufbau und geeignete Materialien im Falle einer Überströmung ein rasches Versagen des erodierbaren Deiches provoziert und somit eine schnelle Freigabe des gesamten Abflussquerschnittes erreicht werden kann. Zusätzlich sind Aussagen über die Dauerhaftigkeit des Deichaufbaues und zum Langzeitverhalten (Verhalten des kohäsionslosen Materials, Einfluss einer Vegetation, Auswirkungen von gewelltem Abfluss/Windstau auf den Erosionsbeginn) notwendig.
Von besonderen Interesse sind dabei:
— Aufbau und Zusammensetzung des erodierbaren Deiches,
— Versagensprozess des erodierbaren Deiches,
— Zeitlicher Verlauf der Erosion,
— Funktion und Wirkung von zusätzlichen Böschungssicherungen,
— Optimierung des Versagensprozesses durch unterstützende, konstruktive Vorkehrungen,
— 3-dimensionale Ausbreitung der Breschenbildung.