Vergabe von Planungsleistungen für Ingenieurbauwerke (Bauwerke und Anlagen der Abwasserentsorgung) mit Maschinen- und EMSR-Technik für die 4. Reinigungsstufe der Kläranlage Rheinstetten.
In dem auf der Gemarkung Rheinstetten verlaufenden Abschnitt des Federbachs werden die Ziele der
EU-Wasserrahmenrichtlinie, d.h. ein guter chemischer und ökologischer Gewässerzustand, noch deutlich verfehlt. Die Ursache ist unter anderem auch in den Nährstoffeinträgen – insbesondere Phosphor - durch die Einleitung des in der Kläranlage Rheinstetten gereinigten Abwasser zu sehen.
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Mittelfristig sind weitere Auflagen an die Kläranlageneinleitung bzgl. einer weitgehenden Elimination von Spurenstoffen – auch Mikroschadstoffe genannt – wie Arzneimittelrückstände, Pestizide, Komplexbildner und Korrosionsschutzmittel, etc. zu erwarten, da nach der Einleitung der Kläranlage Rheinstetten im Federbach bei Niedrigwasserabfluss ein Abwasseranteil von 50% überschritten und damit nach dem Erlass des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg ein „eindeutiges Kriterium“ für die Durchführung einer gezielten Spurenstoffelimination in der Kläranlage durch Ergänzung einer 4. Reinigungsstufe erfüllt ist.
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Zur Untersuchung, welche Maßnahmen unter Berücksichtigung der Vorgaben eine Verbesserung der Phosphor- und Spurenstoffelimination kurz- und mittelfristig auf der Kläranlage Rheinstetten zur Erhöhung der Qualität des Federbachs zu ergreifen sind, wurde ein Strukturgutachten erstellt (s. Anlage).
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Gegenstand des Strukturgutachtens war eine detaillierte Auswertung der Betriebsdaten der Kläranlage Rheinstetten des Zeitraums 2017 – 2020 zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit der Kläranlage und darauf aufbauend die Konzeption (einschließlich Schätzung der erforderlichen Betriebs- und Investitionskosten) erfolgversprechender Verfahrensvarianten zur Integration einer weitergehenden Phosphor- und Spurenstoffelimination in den Reinigungsprozess der Kläranlage. Alternativ zum Ausbau der Kläranlage mit einer 4. Reinigungsstufe wurde die „Ableitung des gereinigten Abwassers zum Rhein“ und eine „Ableitung des Rohabwassers zum Klärwerk Karlsruhe mittels Druckleitung“ untersucht bzw. überprüft.
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Defizite weist die Kläranlage Rheinstetten bei der Sauerstoffversorgung der Belebungsbecken und bei der ungeregelten Fällmittelzugabe auf. Beide Defizite sollten kurzfristig beseitigt werden.
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Im Rahmen des Strukturgutachtens wurden vier auf anderen Kläranlagen bereits erfolgreich erprobte Varianten hinsichtlich ihrer technischen Realisierbarkeit, sowie der erforderlichen Investitions- und Betriebskosten unter den Randbedingungen der Kläranlage Rheinstetten überprüft. Die Stadt Rheinstetten hat die Umsetzung der Variante A („Zugabe von Pulveraktivkohle (PAK) direkt in die Belebungsbecken - simultane PAK-Dosierung- und nachgeschaltete Flockungsfiltration mittels Tuchfilter“) beschlossen.
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Der Umgang mit der Einbindung der 4. Reinigungsstufe in die bestehende Anlage hat einen großen Stellenwert.
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Folgende Leistungen werden vergeben:
- Objektplanung Ingenieurbauwerke (Bauwerke und Anlagen der Abwasserentsorgung) HOAI 2021 § 43
- Leistungsbild Technische Ausrüstung im Bereich Maschinen- und EMSR-Technik (AG 7) HOAI 2021 § 55
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Darüber hinaus sollen besondere Leistungen beauftragt werden:
- Örtliche Bauüberwachung
- Mitwirken bei der Erarbeitung und Erstellung von Förderanträgen in allen LPH
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Die Beauftragung ist stufenweise vorgesehen: LPH 1-4 und LPH 5-9.
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