Der Bayerische Rundfunk plant unter dem Stichwort "BR hoch drei" im Laufe der nächsten ca. 10 Jahre in mehreren Bauabschnitten, die ihrerseits wiederum in mehrere Unterbauabschnitte gegliedert sind, umfangreiche Neubau- und Umbaumaßnahmen an den neu zu gliedernden Münchener Standorten in Freimann und in der Innenstadt (Funkhaus), mit denen die Trimedialität des Bayerischen Rundfunks als medienübergreifend (Fernsehen, Hörfunk und Internet) vernetztes Unternehmen strukturell umgesetzt werden soll. Die Trennung zwischen den Verbreitungswegen Hörfunk, Fernsehen und Internet soll damit auch baulich aufgehoben werden. Die Gliederung erfolgt zukünftig nach Inhalten (aktuell, nonaktuell, Verwaltung und Technik), wobei aufgrund der personellen Vernetzung der Inhaltsbereiche auch insoweit räumliche Nähe erforderlich ist. Die Trimedialität soll durch die entsprechende Strukturierung und Gliederung der Bauten und Bauwerke an den entsprechend neu zu gestaltenden Standorten zum Ausdruck kommen. Das Ziel ist es, möglichst viele (trimedial arbeitende) Einheiten an einem Standort zusammenzufassen.
Gegenstand des 1. Bauabschnitts (nur Standort Freimann), für den mit diesem Verfahren ein Auftragnehmer ausgewählt wird, sind
— der Neubau eines Aktualitätenzentrums inkl. Bistro (ca. 17.000 m
— der Neubau eines Wellenhaus (ca. 12.500 m
— der Neubau eines Rechenzentrums (ca. 2700 m
(Bruttogrundflächen BGF gem. DIN 277) am Standort Freimann mit Fertigstellung bis Ende 2020 (Planungsbeginn geplant ab 08/2015, Baubeginn geplant ab Frühjahr 2018).
Für den gesamten Standort Freimann findet aktuell ein städtebaulicher Ideenwettbewerb statt, für die Maßnahmen des 1. Bauabschnitts darüber hinaus ein Realisierungswettbewerb mit anschließendem VOF-Verfahren für die Objektplanung Gebäude. Die Anordnung und Gestaltung der Gebäude steht daher noch nicht fest. Die Gebäude sollen aber in unmittelbarer Nähe zueinander errichtet werden, da sie über zahlreiche wichtige Workflowbeziehungen miteinander verknüpft sind.
Das Aktualitätenzentrum mit Redaktions-, Produktions- und Studioräumen soll die journalistischen Kompetenzen des Bayerischen Rundfunks in der Aktualität sowie auch das Fachwissen für die Aktualität bündeln. Herzstück des Aktualitätenzentrums soll der Newsroom werden. Mit ihm und in ihm werden alle Formate, Sendungen, Themenfelder, die sich mit aktuellen Informationen beschäftigen, vernetzt sein.
Im Wellenhaus sollen alle Hörfunkwellen des Bayerischen Rundfunks mit ihren Redaktions-, Produktionsfläche und Studioflächen unter einem Dach vereint werden - mit Ausnahme der Informationswelle B5 aktuell, die aufgrund ihres Profils im Aktualitätenzentrum untergebracht wird. Als besondere Nutzung soll ein neues Hörspiel-Studio aufwändigste Audioproduktionen ermöglichen.
Entweder im Aktualitätenzentrum oder im Wellenhaus soll ein gemeinsames Bistro untergebracht werden.
Der hohe Grundwasserspiegel bedingt, dass innerhalb des Geländes lediglich eine einfache Unterkellerung wirtschaftlich sinnvoll ist. Alle Gebäude sind daher einfach zu unterkellern und mit Weißer Wanne auszuführen. Neben Lagerflächen soll auch ein Rechenzentrum mit einer Größe von ca. 2.350 qm BGF in der Unterkellerung des Aktualitätenzentrums oder des Wellenhauses mit einer TIER III / IV Architektur entstehen.
Der Aufraggeber setzt für die Summe der Herstellkosten (KG 300-400) für beide Nutzungseinheiten, das Aktualitätenzentrum und das Wellenhaus, eine Obergrenze in Höhe von maximal netto 65 Mio. Euro fest. Die Herstellkosten (Summe KG 300 und 400) im Verhältnis zur BGF bilden ein wesentliches Kriterium zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit.
Gegenstand des Auftrags sind die Leistungen der Tragwerksplanung gem. §§ 49 ff HOAI, Leistungsphasen 1-6, und ggf. besondere Leistungen der Leistungsphase 8, für die o. g. Baumaßnahme (1. Bauabschnitt Freimann), im Wege der stufenweisen Beauftragung, sowie Bodengutachten und Hydrogeologische Gutachten.