In der Kernkompetenz „Funk- und Informationstechnik“ der TU-Ilmenau ist die Forschungsinfrastruktur „Virtuelle Straße Simulations- und Testanlage –VISTA“ angesiedelt. Diese Anlage ist eine international sichtbare und einzigartige Messeinrichtung, die die Erforschung künftiger Funkkonzepte und –standards für den automobilen Bereich inklusive der Nachbildung von Umgebungs- und Betriebsbedingungen sowie einer Kombination funk- und fahrzeugtechnischer Prüfverfahren ermöglicht.
Die bestehende Antennenmesstechnik für Fahrzeugantennen im Einbauzustand umfasst ein sphärisches Nahfeldmesssystem SG3000 für den Frequenzbereich 70 MHz bis 6 GHz der Firma MVG Industries SAS. Es besteht aus einem Drehtisch für die horizontale Positionierung (Azimut) und zwei Halbbögen mit mehreren Messantennen für elektronisch geschaltetes Abtasten in der Elevation. Moderne Fahrzeuge beherbergen mit zunehmender funktechnischer Vernetzung eine immer größer werdende Anzahl von Antennen mit einem hohen Grad der Integration. Um die Herausforderungen der aufkommenden massive MIMO Technologie zu bewältigen, ermöglicht die in Los 1 zu beschaffende Messausstattung die kohärente Charakterisierung von bis zu 16 Antennen während einer Drehung des Fahrzeuges mit dem bestehenden Messsystem.
Neben der funktechnischen Emulation realistischer Fahrszenarien stellt die mechanische Abbildung von Geschwindigkeits- und Beschleunigungsprofilen einen fundamentalen Anteil bei der Durchführung virtueller Fahrtests dar, da einige Fahrassistenzsysteme und Funktionalitäten nur im fahrenden Betrieb aktiviert sind. Los 2 umfasst eine Ansteuerung des bestehenden und in den Drehtisch integrierten Rollenprüfstandes zur echtzeitfähigen Realisierung vorgegebener Strecken-, Geschwindigkeits- und Beschleunigungsprofile. Darüber hinaus ermöglicht diese Erweiterung eine Einbindung von VISTA in das in der ThIMo-Kernkompetenz „Fahrzeugtechnik“ entwickelte XiL-Netzwerk, das funk- und fahrzeugtechnische Prüfstände miteinander vernetzt.
Um Antennen der neuen Mobilfunkgeneration 5G auch im Frequenzbereich 2 (f > 6 GHz) vermessen zu können, ist eine Erweiterung der bestehenden Antennenmesstechnik in VISTA für den Zielfrequenzbereich von 6 GHz bis 40 GHz vorgesehen. Los 3 beinhaltet einen Mikrowellengenerator zur Synthese der erforderlichen Testsignale in diesem Frequenzbereich. Weiterhin soll ein portables Messgerät zur Analyse der empfangenen Signale angeboten werden, das auf einem Laufschlitten verwendet werden kann, der auf einem im Rahmen einer separaten VISTA-Erweiterungsmaßnahme installierten zusätzlichen Viertelbogen entlang der Elevation verfahren wird.