Der Auftrag umfasst die Leistungen der Objektplanung (Leistungsbild Freianlagen) nach § 39 HOAI (LPH 1-9) für die Sanierung und die Erweiterung der BBS Bingen.
Die Landkreis Mainz-Bingen plant, die Berufsbildende Schule (BBS) Bingen zu sanieren und zu erweitern. Ziel ist es, die nach Voruntersuchungen festgestellte Belastung verschiedener Bereiche zu sanieren. Die Untersuchungen zeigen, dass die Schäden in den wesentlichen Bereichen durch Feuchteeintrag zurückzuführen sind. Es kommt zu Wassereintritten, einerseits von außen durch die Fassaden in erdberührten Bereichen durch fehlende Abdichtung oder aufgrund von Mängeln in der Wasserableitung sowie durch zerstörte Abwasserkanäle (Wurzeleinwuchs, defekte Kanäle etc.), andererseits durch Kondensation von Feuchtigkeit an der Innenseite der Außenwände durch fehlende Wärmedämmung (Taupunktproblematik).
In Fassadenhohlräume sind Nagetiere eingedrungen und haben die Fassadendämmung zerstört, die Ableitungswege in den Fassaden sind in Folge des Nagerbefalls kapillar mit der Mineralwolldämmung verbunden. Fensterabläufe und Fenster-/Scheibenprofildichtungen sind undicht, durch fehlende thermische Trennung der Fensterprofile gibt es ebenfalls hier Kondensatbildung.
Diese Zustände führen zur Feuchtigkeit in Fassaden, den Bodenbereichen sowie Heizkörperhinterkleidungen etc. Bei Öffnung dieser Bereiche zeigt sich hier bereits teilweise sichtbarer Schimmelpilzbefall.
Im Zuge der Sanierung müssen auch brandschutzrelevante Mängel an der Baukonstruktion behoben werden. Insbesondere entspricht die Betonüberdeckung der vorhandenen Betondecken nicht den heutigen Brandschutzanforderungen. Eine Ertüchtigung ist zwingend notwendig, was zu weiteren zu Mehrkosten führt.
Die vorgefundenen Schadensbilder zeigen auf, dass das Schulgebäude im Gegensatz zu den ersten Planungen nicht weitgehend bauteilerhaltend saniert werden kann, sondern in großen Teilen kernsaniert werden muss.
Der bereits beauftragte Architekt hat hierzu ein Konzept entwickelt, mit dem die im Westen des Gebäudes befindlichen „einhüftigen“ Gebäudefinger zurückgebaut und durch einen „zweihüftigen“ Finger als Neubau ersetzt werden.
Das Erdreich der zu sanierenden Bauteile muss, auch aufgrund der starken Hanglage des Grundstücks, in weiten Teilen für die Sanierungsarbeiten abgegraben werden. Im Bereich der rückgebauten Gebäudeteile im Westen werden nach Rückbau alle Freianlagen erneuert werden müssen.
Die Gesamtkosten für die Sanierung und Erweiterung der BBS Bingen belaufen sich auf ca. 18,16 Mio. EUR/netto (Kostengruppen 200-700 nach DIN 276). Die Kosten sind vorläufig und werden im Rahmen der Planung weiter konkretisiert. Etwaige Veränderungen, ggf. auch Kostenreduzierungen, können zudem Einfluss auf das Raumprogramm haben.
Gegenstand der vorliegenden Ausschreibung sind die Leistungen der Objektplanung (Leistungsbild Freianlagen) nach § 39 HOAI (LPH 1-9) einschließlich weiterer, besonderer Leistungen.