Gegenstand der Beschaffung ist die Reparatur der No.5 ELBE, einem 25 Meter langen hölzernen Lotsenschoner aus dem Jahre 1883. Der Lotsenschoner war infolge eines Kollisionsschaden gesunken, kurz darauf geborgen worden und liegt zur Zeit auf einem Werftslip in Wewelsfleth.
Die Stiftung Hamburg Maritim beabsichtigt, die erlittenen Schäden an dem Rumpf des denkmalgeschützten Lotsenschoners No.5 ELBE reparieren zu lassen. Sie schreibt daher die Durchführung einer handwerksgerechten Reparatur des Schiffes aus.
Die zu beauftragende Werft soll die strukturellen Schäden am Vorschiff, hier vor allem an Kiel, Spanten und Planken, beheben und die Festigkeit und Dichtigkeit des gesamten Rumpfverbandes wieder herstellen. Um den Eintritt von Folgeschäden abzuwehren, muss der Beginn der Maßnahme möglichst rasch erfolgen (August 2019).
Es steht der Werft frei, die Arbeiten auf dem Slip in Wewelsfleth auszuführen oder den Rumpf auf eigene Kosten zu einem anderen Platz oder ihrer hauseigenen Werft verbringen zu lassen.
Der Gesamtauftrag gliedert sich grob wie folgt:
1) Vorbereitende Arbeiten & Nebenarbeiten;
2) Demontage Rumpf;
3) Erneuerung beschädigter Kielkonstruktion;
4) Erneuerung beschädigter Spanten;
5) Erneuerung beschädigter Planken, Schanzkleid;
6) Erneuerung fehlender Kupferbeplattung.
Gegenwärtig liegt der Rumpf auf dem Slip der Peters Werft in Wewelfleth und wird für die Reparatur vorbereitet. Die Masten sind gezogen, die Decksausrüstung wurde abgeborgen. Beim Sinken hatten sich große Mengen von Schlick im Rumpf abgesetzt, die Reinigungsarbeiten dauern noch an. Die Tanks sind bereits ausgebaut, der Innenballast wird noch abgeborgen. Die historische Inneneinrichtung ist weitgehend unversehrt erhalten und bleibt eingebaut. Einbauten und Innenwegerung im Vorschiff werden im Schadensbereich entfernt.
Zur Herstellung einer Befundungsfähigkeit der Spanten und der Innenwegerung sollen nach Entfernung von störenden Kupferbeplatten in Absprache mit dem Auftraggeber vorerst nur die zerstörten Plankengänge demontiert werden. Die finale Arbeitsmethode zum Austausch der Spanten wird nach Abschluss der Befundung und Festlegung des Arbeitsumfangs festgelegt.
Der gegenwärtige Leistungsumfang der Reparaturarbeiten ergibt sich aus den Arbeitspositionen der Leistungsspezifikation. Nach Durchführung der notwendigen Arbeiten an Quer- und Längsverbänden erfolgt eine Neubeplankung des Vorschiffs einschließlich Schanzkleid und Scheuerleiste.
Nach erfolgter Neu-Kalfaterung wird das Schiff abgeslippt und mehrere Tage lang gewässert. Nach Bestehen der Dichtigkeitsprobe ist die Kupferbeplattung anzubringen.
Die gesamten Reparaturarbeiten am Schiff sind spätestens ab Herbstbeginn unter einer Einhausung vorzunehmen, die mindestens das Vorschiff abdeckt.