Objektplanung für Gebäude gemäß Teil 3, Abschnitt 1 HOAI im Zuge der Sanierung der Johann-von-Nassau-Schule, Dillenburg.
Der Kreisausschuss des Lahn-Dill-Kreises vertreten durch die Bauabteilung ist nach dem Hessischen Schulgesetz Träger von Schulen. In dieser Funktion plant er die Sanierung an der Johann-von-Nassau-Schule in Dillenburg.
Der älteste Gebäudeteil der Schule wurde im Jahr 1895 am Hofgarten als sogenannte „Neue Stadtschule“ erbaut und bereits 1914, aufgrund der Nutzung als Lazarett im Ersten Weltkrieg, erweitert (heutiges Bauteil E). Neben der „Neuen Stadtschule“ wurde von 1897 bis 1898 die
„Bergschule“ für Bergbaubeamte des mittleren Dienstes errichtet (heutiges Bauteil C). Die Zusammenlegung zu einem vereinigten Schulkomplex für Haupt- und Realschule wurde in 1989 begonnen und mittels verglastem Foyer und Anbau an die „Bergschule“ im September 1995 mit Bezug der Johann-von-Nassau-Schule realisiert.
Eine neue Turnhalle mit Räumlichkeiten für die Mensa komplettierte in der Folge die Johann-von-Nassau-Schule in der Wilhelmstraße.
Die Schule, in der gegenwärtig 614 Schüler/innen in 26 Klassen beschult werden, wurde vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen am 15.11.2012 unter Denkmalschutz gestellt.
Im Zuge der allgemeinen Sicherheitsüberprüfungen der Schulen des Lahn-Dill-Kreises wurden auch an der Haupt- und Realschule in Dillenburg Mängel im Bereich des Brandschutzes (Flucht-und Rettungswege), sowie im Bereich Standsicherheit festgestellt. Ein vorläufiges Brandschutzkonzept liegt vor und soll, nach noch anzufertigender Aktualisierung, umgesetzt werden. Hierauf basierend ist ein Bauantrag über die gesamte Liegenschaft zu stellen.
Die Flucht- und Rettungswegesituation für die gesamte Liegenschaft muss überarbeitet und ergänzt werden, der Einbau einer flächendeckenden Brandmeldeanlage mit der Überwachungsklasse K1, sowie einer Sicherheitsbeleuchtungsanlage für die Flucht- und Rettungswege ist erforderlich.
Als anstehender 1. Bauabschnitt ist die Sanierung eines 3-geschossigen naturwissenschaftlichen und Klassentrakt-Bereiches (Bauteil B) in Kalksandsteinbauweise (6 Fachräume + Sammlung, 7 Klassenräume) sowie von Teilen des Verwaltungsbereichs im Gebäude der ehemaligen „Bergschule“ (Bauteil C) vorgesehen.
Neben der brandschutztechnischen Sanierung inkl. Einbau einer Brandmeldeanlage, ist die Erneuerung der EDV und Ertüchtigung der Elektroinstallation vorgesehen. Für die naturwissenschaftlichen Räume ist die Montage eines deckenhängenden Mediensystems angedacht. Aufgrund der hierfür nötigen neuen Raumaufteilung sind Veränderungen am Bestand und den haustechnischen Einrichtungen erforderlich. Zusätzlich ist im Zuge der Maßnahme der Einbau einer Lüftungsanlage für den naturwissenschaftlichen Bereich vorgesehen.
Ein erster Vorabzug zur Beseitigung der brandschutztechnischen und statischen Mängel wurde im Jahr 2012 durch die WernerArchitekten, Dillenburg erstellt. Diese Unterlagen dienen der Information für das gegenständliche Beschaffungsverfahren und sind nicht zwingend weiterzuführen.
Im Anschluss an den gegenständlichen 1. Bauabschnitt soll in einem oder ggf. mehreren weiteren Bauabschnitten die Sanierung des Gebäudeteils der ehemaligen Hofgartenschule (Bauteil E, inkl. Bauteil D) in den Jahren nach 2023-2024 erfolgen.