Im Rahmen des kapazitiven Ausbaus des Flughafens Frankfurt sind zahlreiche Maßnahmen zum Ausbau der vorhandenen Infrastruktur vorgesehen. Im Mittelpunkt stehen dabei der Bau einer neuen Landebahn nordwestlich des Flughafengeländes, die im Jahr 2011 in Betrieb genommen werden konnte, und eines neuen Terminals 3 im Südbereich des Flughafens im Bereich der ehemaligen US-Airbase.
Bestandteil der Ausbauplanung ist eine leistungsfähige und schnelle Passagierverbindung zwischen den bestehenden Fluggastanlagen im Norden des Flughafenareals und den dort liegenden Flughafenbahnhöfen einerseits und dem neuen Terminal 3 andererseits. Dazu soll eine Umsteigeverbindung zwischen dem im Norden bereits vorhandenen Passagier-Transport-System (PTS) und der neuen Passagierverbindung entstehen.
Insbesondere die ausgeprägte Funktion des Flughafens Frankfurt als Umsteigeknoten stellt hohe Anforderungen an diese Passagierverbindung zwischen den verschiedenen Terminals hinsichtlich Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit. Kurze Warte- und Fahrzeiten sind die Voraussetzungen, um auch in Zukunft eine „Minimum-Connecting-Time“ (MCT) von 45 Minuten anbieten zu können. Im Rahmen der Ausbauplanung ist dieses Passagier-Transport-System (PTS) als spurgeführtes, fahrerloses Transportmittel mit einem unabhängig genutzten Fahrweg und unabhängig vom bestehenden PTS zu realisieren. Die Ausschreibung umfasst dabei Teile des Baus, die Lieferung und den Betrieb des PTS.
Die Bauleistungen umfassen im Wesentlichen den Bau von Teilen der Fahrwegkonstruktion sowie der systemspezifischen Fahrwegausrüstung. Die vorgesehene zweigleisige Trasse ist weitgehend bereits in Lage, Breite und Höhe festgelegt und hat eine Gesamtlänge von ca. 5 550 m. Davon verlaufen ca. 3 450 m auf Stützen incl. Rampen und Stationsbereiche und ca. 2.100 m ebenerdig. Die neue Verbindung umfasst bis zu vier Stationen. Zwischen den Endpunkten an den Flughafenbahnhöfen und am Terminal 3
wird die bestehende und anzupassende Station T2 sowie die neu zu errichtende Station C angefahren. Eine systemspezifische Werkstatt mit Abstellanlage ist ebenfalls Teil des Gesamtvorhabens. Vom Auftraggeber werden bestimmte Infrastrukturmaßnahmen zur Erstellung des Gesamtsystems gestellt. Im Wesentlichen sind das die Baufeldfreimachung, die Fahrwegkonstruktion in Teilbereichen, der Bau und die Grundausrüstung der Stationsgebäude, des Werkstattgebäudes, der Unterwerke und der sonstigen Betriebsräume.
Die Lieferleistungen umfassen das einzusetzende Transportsystem mit folgenden Merkmalen: Ein wesentliches Leistungsmerkmal des geplanten Systems ist eine aufgrund des prognostizierten Fahrgastaufkommens erforderliche Transportkapazität von mindestens 3 200 Schengen – Fahrgäste pro Stunde und Richtung und 2 900 Non-Schengen – Fahrgäste pro Stunde und Richtung im Umlaufbetrieb. Es ist ganzjährig ein ununterbrochener 24 h-Betrieb mit einer Mindesttaktzeit von 120s vorgesehen. Kleinere Taktzeiten bis zu 90s sollen möglich sein. An das System werden höchste Verfügbarkeitsanforderungen gestellt.
Die derzeitige Fahrzeugkonzeption sieht eine Betriebsgeschwindigkeit von 60-70 km/h vor. Wegen fehlender Möglichkeiten zum Bau von Wendeschleifen sind Zweirichtungsfahrzeuge von nicht mehr als ca. 2,85 m Breite eingeplant. Die Fahrzeuge sollen frei kuppelbar sein, damit eine flexible Anpassung der Transportkapazität an das Fahrgastaufkommen möglich ist. Dabei muss eine Zuglänge von maximal 60 m eingehalten werden und stets eine räumliche Trennung der Fahrgastkategorien (Schengen/Non-Schengen) erfolgen. Dies ist aus Gründen des Flughafenbetriebs notwendig und erfordert auch den Einsatz von automatischen Bahnsteigtüren zur Abgrenzung und Sicherung des Fahrgastflusses. Aus Gründen des Umwelt- und Umgebungsschutzes sind Fahrzeuge ohne unmittelbare Schadstoffemissionen einzusetzen.
Die zu vergebenden Leistungen umfassen zusätzlich den Betrieb und die Instandhaltung für das gelieferte Passagier-Transport-System in vollem Umfang über einen Zeitraum von 5 Jahren, mit einer Option auf weitere 5 Jahre.
Für das PTS ist als Realisierungsbeginn z. Zt. Juni 2018 und für die Inbetriebnahme ca. Q3/2022 vorgesehen.