Gegenstand der vom Auftragnehmer zu erbringenden Leistung ist die Realisierung und der Betrieb einer Software in einer Systemlandschaft, die geeignet ist, ein bundesweites Radrouting auf Basis verknüpfter Ländersysteme zu leisten. Der Auftragnehmer muss hierzu zunächst die vorhandenen Funktionalitäten (www.Radroutenplaner-Deutschland.de) einschl. der vorhandenen Schnittstellen zu regionalen Systemen übernehmen oder diese neu abbilden. Der Übergang für die Partner (zuliefernde Systeme der Länder) und Nutzer soll dabei möglichst bruchlos sein. Die vom Auftragnehmer übernommene und weiterzuentwickelnde oder neu abzubildende Software wird vom Auftragnehmer im Auftrag des Auftraggebers betrieben. D.h. dem Auftraggeber bzw. den Nutzern dieser Software wird ermöglicht, die Software über eine Internetverbindung während der Laufzeit dieses Vertrags für eigene Zwecke zu nutzen und Daten mit ihrer Hilfe zu verarbeiten („Cloud-Lösung“).
Die Digitalisierung der Radrouteninfrastruktur kann die Entwicklung des Radverkehrs fördern und helfen dessen Sicherheit zu erhöhen. Routingdienste, Konsistenz der Beschilderung, Unterstützung bei Planungsprozessen und beim Unterhalt von Wegen, Maßnahmen zur Verkehrssicherheit und die Tourismusbranche können von einem umfassenden, aktuellen, harmonisierten und verknüpfbaren Datenbestand profitieren. Dieser digitale Bestand muss lokal erfasst und aktualisiert, auf Länderebene konsolidiert und bundesweit zusammengeführt werden. Ein Teil des Radroutennetzes besitzt aufgrund der großräumigen Verbindungsfunktion im Radtourismus eine nationale Bedeutung und wird als „Radnetz Deutschland“ (RN-D) bezeichnet. Für dieses Radnetz und seine Einbindung in die Radverkehrsinfrastruktur insgesamt wird unter Beteiligung von Bund und Ländern eine gemeinsame digitale Ressource und ein entsprechender Zugangspunkt aufgebaut. Diese baut auf der bestehenden Kooperation „Radroutenplaner Deutschland“ und deren Diensten auf und entwickelt diese fort. Zu diesen Diensten gehören bereits eine länderübergreifende Webseite für Endnutzer und ein entsprechender Web-Service. Hinzu kommen ein Open-Data Angebot und eine deutliche räumliche und technische Ausdehnung der bestehenden Funktionen.
Der Radroutenplaner Deutschland (RRP-D) vereinigt und verknüpft die Radroutenplaner der teilnehmenden Länder in einer gemeinsamen Webseite und Anwendung. Er wurde in mehreren Schritten entwickelt und soll auf Grundlage eines Beschlusses der Verkehrsministerkonferenz aus dem Jahr 2019 weiter ausgebaut werden. Die wesentlichen Funktionalitäten (Grundfunktionen) sind:
1. Ermitteln, Aufbereiten und Anzeigen von individualisierten Radrouten für beliebige Ausgangs- und Zielorte auf Basis des Aufrufs von Länderroutenplanern.
2. Darstellung und Downloadmöglichkeit des Radnetzes Deutschland.
3. Informationsfunktion über das Radnetz Deutschland und dessen Hintergrund, die dazugehörigen Dienste und Verknüpfungen zu landesseitigen Angeboten gemäß den Vorgaben der beteiligten Länder und des Bundes.
Die Zahl der teilnehmenden Länder liegt für Punkt 1 aktuell bei sieben (7), wird aber perspektivisch 14 sein (das Saarland und die Hansestadt Bremen werden dafür voraussichtlich mit anderen Ländern kooperieren).
An Punkt 2 nehmen alle Länder teil, an Punkt 3 gegenwärtig bereits die meisten Länder.
Für die Aufgabe des Betriebs und der Weiterentwicklung der Internet-Angebote wird ein Dienstleister gesucht, der das vorhandene
„Zentralsystem RRP-D“ pflegt, vorhält und erweitert.