Für das „Bauhaus-Archiv in Berlin/Museum für Gestaltung“, wurden auf der Grundlage einer Funktionsneuordnung und Umbau des Bestandsgebäudes sowie einem Erweiterungsbau Leistungen der Tragwerksplanung vergeben.
Der Leistungumfang des Auftrages umfasst Leistungen der Tragwerksplanung für den Neubau und für die Sanierung des Bestandsgebäudes nach HOAI 2013 Teil 4 Fachplanung, §§ 49-52 Leistungsphasen (LPH) 1-6in Verbindung mit Anlage 14.
Beschreibung des Projektes:
Das Bauhaus-Archiv/Museum für Gestaltung verfügt über die weltweit umfangreichste Sammlung zur Geschichte des Bauhauses und zu allen Aspekten seiner Arbeit. Bereits bei seiner Eröffnung 1979 war der von Walter Gropius konzipierte Museumsbau den umfangreichen und vielfältigen Anforderungen in Ermangelung ausreichender Service- und Ausstellungsflächen nur eingeschränkt gewachsen. So vermag das Bauhaus-Archiv nur ein Drittel dessen zu zeigen, was es in einer Dauerausstellung präsentieren könnte. Singuläre Werke bedeutender Bauhaus-Künstler, wie z. B. Lyonel Feininger, Walter Gropius, Wassily Kandinsky, Paul Klee, müssen im Depot verbleiben. Attraktive Sonderausstellungen können bislang nur bei Abbau der insbesondere bei auswärtigen Besuchern nachgefragten Dauerausstellung präsentiert werden. Ein Großteil der Bibliotheksbestände muss inzwischen im Keller ausgelagert werden. Im Dokumentenarchiv steht das Bauhaus-Archiv vor einem Annahmestopp weiterer Materialien. Zahlreich eingehende Nachfragen für Veranstaltungsräume müssen negativ beschieden werden. Weder ein Besucherdienst noch ein museumspädagogisches Angebot können angeboten werden. Mit einer annähernden Verdoppelung der Besucherzahlen seit 2002 ist das Bauhaus Archiv an die Grenzen seiner Auslastung gestoßen; es kommt immer öfter vor, dass Besucher abgewiesen werden müssen.
Im Jahr 2019 feiert das Bauhaus das hundertjährige Bestehen.
Um zukünftig einen modernen Museums- und Archivbetrieb zu gewährleisten, ist der zusätzliche Bedarf an Funktions- und Ausstellungsflächen durch Errichtung eines Neubaus (BGF: 6 740 m
Die Umsetzung der Baumaßnahmen erfolgt zeitgleich. Eine Baudurchführung unter laufendem Betrieb ist nicht vorgesehen.
Das Entwicklungskonzept für die Erweiterung des Bauhaus-Archiv/Museum für Gestaltung sieht zukünftig eine Trennung der beiden Aufgaben Archiv und Museum in zwei Gebäuden vor.
Für das Bestandsgebäude von Walter Gropius ist eine Neuordnung der Nutzung dahingehend geplant, das hierzukünftig Archiv und Bibliothek, Verwaltung, ein Schau-Depot und Veranstaltungen angeordnet werden.
Im Neubau hingegen soll die Dauerausstellung auf einer rd. vierfach vergrößerten Fläche (bislang nur 550m
Kurze Beschreibung des Auftrages:
Die Leistungen der Tragwerksplanung umfassen die:
— Leistungsphase 1 (Grundlagenermittlung) (Leistungsstufe 1);
— Leistungsphase 2 Vorplanung (Projekt- und Planungsvorbereitung) (Leistungsstufe 1);
— Leistungsphase 3-5 (Leistungsstufe 2);
— Leistungsphase 6 (Leistungsstufe 3)
sowie Besondere Leistungen.
Grundlage der Beauftragung ist das gültige Vertragsmuster der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung undUmwelt für Leistungen der Tragwerksplanung einschließlich AVB (siehe unter www.stadtentwicklung.berlin.de/service/rundschreiben).
Es sollen Planungsleistungen zunächst der Lph. 1 – Grundlagenermittlung und Lph. 2 – Vorplanung gemäß§ 51 HOAI (2013) beauftragt werden. Der Auftrag umfasst optional Lph. 3 – Entwurfsplanung, Lph. 4 –Genehmigungsplanung, Lph. 5 – Ausführungsplanung, Lph. 6 – Vorbereitung der Vergabe; optional kommen für den Neubau besondere Leistungen in Betracht:
— Vorgezogene, prüfbare und für die Ausführung geeignete Berechnung der Gründung,
— Mehraufwand bei Sonderbauweise oder Sonderkonstruktionen, z. B. Klären von Konstruktionsdetails,
— Statische Nachweise an nicht zum Tragwerk gehörenden Konstruktionen (z. B. Fassaden),
— Mitwirken bei der Prüfung und Wertung von Nebenangeboten,
— Ingenieurtechnische Kontrolle der Ausführung des Tragwerks auf Übereinstimmung mit den geprüftenstatischen Unterlagen.
Für das Bestandsgebäude kommt als besondere Leistung „Statische Nachweise an nicht zum Tragwerkgehörenden Konstruktionen (Fassade)“ in Betracht.
Die Bereitschaft des Bieters, Besondere Leistungen nach Anlage 14 HOAI (2013) zu übernehmen, wird vorausgesetzt.
Das Baufeld für den Erweiterungs-Neubau befindet sich westlich des Bestandsgebäudes. Die Bodenverhältnisse in der Gründungstiefe von ca. 4 m unter OK Gelände werden überwiegend von nichtbindigen, mitteldicht gelagerten Talsanden geprägt und weisen damit für die Baumaßnahme hinreichendeTragfähigkeit auf. Bei Errichtung des Bauwerks mit Kellergeschoss wird das Grundwasser die Gründung beeinflussen.
Das Baufeld wird von einer Abwasserdruckleitung gequert, die nicht verlegt werden kann. Somit kann in diesem Bereich nur ein Untergeschoss realisiert werden.
Der Neubau soll den Ansprüchen an ein Museum des 21. Jahrhunderts entsprechen. Erwünscht ist eine größtmögliche Flexibilität in der Bespielbarkeit der Ausstellungsflächen, die durch mobile Trennwände flexibelaufgeteilt werden sollen. Die lichte Raumhöhe aller Ausstellungsbereiche sowie des Foyers soll mindestens 5 m betragen.
Für die Ausstellungsbereiche sind Deckentraglasten von 6,0 kN/m2 und für die Sammlungsbewahrung von 12,5kN/m
Für den Neubau wird die Zielstellung des Niedrigstenergiehaus-Standards angestrebt.
Das Bestandgebäude steht seit 1997 unter Denkmalschutz. Die Tragkonstruktion besteht aus Stahlbeton-Stützen, -Unterzügen und -Decken. Seit seinem Bestehen wurden zahlreiche Veränderungen im Innerenvorgenommen. Ein Hauptanliegen der Erweiterungsplanung ist die Rückführung des Bestandsgebäudes inden ursprünglichen Zustand. Die vorgehängte, hinterlüftete Beton-Fertigteil-Fassade muss unter energetischen Gesichtspunkten ertüchtigt werden bei gleichzeitiger Berücksichtigung der denkmalpflegerischen Belange.
Die Brückenrampe ist als konstituierendes Element des Entwurfs zu erhalten und in die neue Konzeption zu integrieren. Es soll eine Verknüpfung der Besucherbereiche im Neubau und im Bestandsgebäude hergestelltwerden. Weiterhin ist eine interne Verbindung beider Gebäude für den Kunstguttransport zu berücksichtigen.
Die Gesamtkosten der Maßnahme betragen 56 200 000 EUR brutto. Davon entfallen auf den Neubau 34 700 000:
KG 300 ca. 14 200 000,
KG 400 ca. 7 400 000,
und auf das Bestandsgebäu 21 500 000.:
KG 300 ca. 7 570 000,
KG 400 ca. 4 440 000.
Den Bietern wird das genehmigte Bedarfsprogramm vom 14.4.2015 zur Verfügung gestellt. Es schließt ab mit Gesamtkosten in Höhe von 56 200 000 EUR.
Wettbewerb: Weitere Informationen unter: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/aktuell/wettbewerbe/ergebnisse/2015/bauhaus/index.shtml
Zu den weiteren Planungsbeteiligten gehören: Projektsteuerer, Architekten, Bauphysiker, TGA-Planer,Vermesser, SiGeKo, Brandschutzgutachter, Energieberater sowie weitere Sonderfachleute.